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3 (1853)
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verletzten. Dieser Beifall, ohne daß wir den Werth desselbenprüfen, bestärkt uns im Hange zum Wohlleben und Glänzen.Die stete Befriedigung desselben macht ihn uns zur andern Natur.Bald ist er für uns das Wichtigste in der Welt. Wir sind nichtmehr glücklich, wenn wir nicht mehr in fortdauernden Lustbar-keiten wohnen können. Unsere kleine Eitelkeit wird zur Gefall-sucht, unsere gesellschaftlichen Freuden werden zur Zerstreuungs-sucht; die Leidenschaft steht in ihrer vollen Größe da. Wir sindihrer nicht mehr Herr. Vermögen, Ansehen, guter Name werdenihr Opfer.

So sind unsere sogenannten Tcmpcramentsfehler gewöhnlichdie Quelle unserer wüthendsten Leidenschaften; und wodurch dasKind zu Unarten und Uebereilungcn verführt wird, das machtspäterhin den Mann und das Weib zum Verbrecher, zur Vcr-brcchcrin.

Doch nicht die körperliche Stimmung allein erzeugt in unsLeidenschaften auch die Gewohnheit. Es gibt Menschen,die zuletzt Vermögen, Ehre, Ruhm und Leben fahren ließen, umeinen Genuß zu haben, der ihnen in frühern Jahren sehr gleich-gültig, wohl gar widerlich sein konnte. Aber was sie anfangsnur mit einer Art Zwang thaten, geschah später aus Gewohn-heit, und sogar mit einigem Vergnügen, zuletzt aus Bcdürfniß,dem sie nicht mehr widerstehen konnten. Wie mancher Räuberendete schauderhaft sein gräuelvolles Leben auf dem Blutgerüste,weil Diebstahl und Rauben ihm zur Leidenschaft geworden, daßsie nicht mehr auszurotten war, während er bekennt, daß dieverruchte Hand seiner Aeltern oder Lastergefährten ihn zum Ent-wenden bei erster Gelegenheit wider seinen Willen gezwungenhatte!

Die Macht der Gewohnheit ist unbeschreiblich groß. Sie ver-wandelt gleichsam die Natur unsers Körpers, und durch ihn die