dem feigen Schrecken in der Brust. Er kennt die Ursachen seinesunverhinderlichcn Unterganges; er zählt die Tage von heute biszu seiner äußersten Entkräftung und Auflösung. Oft umwehenihn schon die Schauer des Todes. Seine Lebenslust sträubt sichgegen das nahende Grab. Er kennt, er verflucht seine Mörderin,die Sünde geiler Lust. Seine Vernunft ruft: rette dich! SeinGewissen warnt. Umsonst. Allmächtig ist die viehische Begierdein ihm geworden; seine wüthende, unersättliche Leidenschaft ver-spottet ihm Ehre, Schande, guten Namen, Fluch der Acltern,Abscheu der Edcln. Er sicht nichts, als die ekelhaften Ziele seinerwollüstigen Gier. Er taumelt kraftlos von Schmach zu Schmach,von Vergehen zu Vergehen. Ihn warnen die Thränen seinerLieben, ihn warnt der heilige Nus der Religion — er möchtebesser sein, möchte nach dem Himmel streben. Umsonst, seineLeidenschaft zerrt ihn hinab zum Abgrunde, verlöscht seines Lebensmatte Flamme, und liefert die flcckcnvolle Seele an die richtendeEwigkeit aus.
Sehet den Trunkenbold, dessen zerrüttete Gesundheit ihn mitplötzlichem Tode bedroht! Ach, er ist elend; denn wie ein Sklavegeht er an der Fessel seiner Leidenschaft, und kann sich nicht los-reißcn, und sic schleppt ihit, zur Schmach der Welt, zum schmer-zenvollen Krankenlager, zum frühen Grabe, zum furchtbaren Ge-richt! Tausendmal bereut er seine Schande, tausendmal beweinter seine Schwachheit. Aber immer schlägt die Versuchungsstundewieder, und er kann seiner Leidenschaft nicht widerstreben. SeinHauswesen gerät!) in Verfall. Mit der Schande naht die Ar-muth. Weib und Kinder, Blutsverwandte und Freunde, die csredlich meinen, strecken flehend ihre Arme zu ihm empor: Be-kämpfe dich! entsage deinem Laster! fliehe die Trunkenheit! —Umsonst! Er kann nicht mehr leben, ohne den größten Theilseines Lebens in die Vernunftlosigkcit eines Thiercs zu versenken.