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3 (1853)
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höchstes Gut. So verkehrt er die heilige Ordnung der Natur;aber er verletzt sic nie ungestraft. Er ist Sünder.

Auch der Tugendhafte hat keine Ursache, den Genuß wohl-schmeckender Speisen oder die erheiternde Kraft des Weins zuverschmähen. Nicht darin besteht der Wille Gottes und dieHeiligkeit des Menschen, daß dieser den Freuden des Lebens,die der himmlische Vater verlieh, abschwöre: sondern daß erThcil an denselben nehme, zur Vermehrung einer Glückseligkeit,zu welcher ihn der gütige Schöpfer berufen hat; hingegen immer-dar mit Mäßigung genieße, daß sein Körper durch jeglichenGenuß nur zum Besten des Geistes gestärkt, und der Geist i»seiner Freiheit und Herrschaft über sinnliche Triebe nie beschränktwerde.

Wenn aber jenes Vergnügen am Reiz lieblicher Speisen undGetränke zur heftigen, anhaltenden, alle bessere Empfindungunterdrückenden Begierde ausartet; wenn der Hang zur Schlem-merei und Völlerei die Gebote der Mäßigkeit, der Sparsamkeitverspottet, und so herrschend wird, daß auch die heiligsten Pflich-ten für Gesundheit, Berufsgcschäftc, Sorge um die Seinigen,Sorge um die Nothlcidcndcn darüber zu Grunde gehen: dannist die Sinnlichkeit Meisterin; Pflicht, Gewissen, Vernunft undTugend leiden. (Gal. 5, 16. 17.)

Leidenschaft wird daher jede sinnliche Begierde genannt,durch deren ungestüme Herrschaft alle bessern Ueberzeugungcn ver-nichtet und kraftlos werden. Sic ist eine Unterjochcrin der Ver-nunft, eine Zerstörerin des göttlichen Hciligthnms in unsererBrust; die Quelle aller Verbrechen, die je auf Erden verübt wur-den. Sie beraubt den Menschen seiner Besonnenheit, seiner cdlernKräfte, und erwürgt mit seiner Tugend oft sein Leben.

Sehet den entnervten Wollüstling, wie er dahin schwankt,bleich und verblüht, mit vergiftetem Blut in den Adern, mit