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3 (1853)
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und Lebcnsbequcmlichkeiten, an Geschlcchtslust und Wohlleben, anSpeisen und Getränken, welche den Gaumen kitzeln, an Tätig-keit und Ruhe, an Glanz und Schönheit, ist Wirkung äußererEindrücke auf meine Sinne, ist folglich Sinnlichkeit.

Was aber sinnlich ist, das ist darum nicht zugleich siind-lich, wie es oft aus Unwissenheit gedeutet werden mag. Dennder göttliche Vater verlieh mir die Sinne, daß ich durch dieselbendie Anmuth seiner Schöpfung empfinden, und durch weisen Ge-nuß seiner irdischen Gaben meine Glückseligkeit auf Erden ver-mehren soll. Sündlich wird ein solcher Genuß erst, wenn ichdarüber höhere Pflichten vernachlässige.

Der tugendhafte Weise achtet keine Art des sinnlichen Ver-gnügens unter seiner Würde; denn er weiß, daß dasselbe aller-dings sehr gut vereinbar ist mit den Forderungen des heiligstenWesens an unser Herz, und vereinbar mit der gegenwärtigenund zukünftigen Bestimmung der Sterblichen. Aber er weiß auchimmer die sinnlichen Neigungen zu beschränken zur Mäßigkeit;weiß selbst durch die Kraft seines Geistes die sinnlichen Genüsseund Empfindungen zu verfeinern, zu veredeln, daß er sich in den-selben weit vom Thier entfernt. Selbst der erhabenste der Weisen,Jesus, verschmähte keineswegs den Werth sinnlichen Vergnügens.Er nahm Theil an den Freuden der Sterblichen, und seine Jün-ger riefen, wie er, ihren Freunden zu: Freuet euch mit denFröhlichen!

Sobald aber die aus der Sinnlichkeit hcrvorgehcnden Be-gierden und Wünsche mächtiger werden, als unsere Kraft zumGuten; sobald sie die Gewalt des Geistes in uns beschränken,daß er ihr Sklave wird: eben so bald ist in uns das rechte, zurGlückseligkeit erforderliche Verhältniß aufgehoben; das Wesen desMenschen wird dadurch zerstört; sein Höchstes wird in ihm zumNiedrigsten, und das Niedrigste, das Vergängliche wird sein