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von Natur verderbt und böse, und der ewigen Strafe würdig.Behauptungen dieser Art sind jedesmal Beweise entweder einesstolzen Eigensinnes, welcher seine vorgefaßten Meinungen bisaufs Acußcrste vcrtheidigcn möchte, oder einer sehr dürftigenMenschenkenntnis; und Erfahrung.

Za, der Mensch, wie er von Gott erschaffen ward, ist ebenso fähig'zum Bösen, als zum Guten. Zhm winkt die Sünde,ihm winkt die Tugend. 'Gott gab ihm des Willens Freiheitund den innern Richter, daß er prüfe und das Gute wähle.Ohne Kraft zum Fehlen ist auch keine Kraft zum Ncchtthun;ohne Anlaß zur Tugend ist auch kein Anlaß zur Sünde. DerDieb im Kerker, ohne Gelegenheit und Möglichkeit, seine Licb-lingssüudc zu üben, ist darum nicht heilig, weil er nicht mehrstiehlt.

Dies lehrt schon in der Urgeschichte des menschlichen Geschlechtsdie Erzählung vom Schicksale der ersten Sterblichen. Gott hattesie rein und sündenlos erschaffen, aber mit Fähigkeiten zum Gutenund Bösen. Gott selbst gab zur Erweckung Beider Anlässe. Ohneirgend ein Verbot im Paradiese war keine Uebertretung des Ver-botes gcdenkbar. Die Untersagung vom Genüsse der Frucht amBaume der Erkcnutniß prüfte den Willen der Ncuerschaffcncn.Hier entwickelte sich der Reiz sinnlicher Gelüste, und dort standder ernste göttliche Befehl, jedes Gelüst zum Verbotenen zu be-kämpfen. Aber überwältigt von der Lockung zum Bösen, fiel derMensch: und so kam die Sünde und mit ihr das aus derselbenhervorgehcndc Verderben in die Welt.

Die Fähigkeiten zur Tugend, wie zum Laster, entspringenaber aus der doppelten Natur, welche Gott dem Menschen gab,der fleischlichen und der geistigen. Hätten wir keinen irdischenKörper für unsere Seele zur Wohnung erhalten: so würde unserGeist gleichsam nur Engel sein, unfähig zur Sünde, aber auch