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Durch Leidenschaft und Sinnlichkeit,
Zn thun, was Dein Gesetz verbeut.
O wie so nah' ist unser Fall,
Wenn wir, versuchet überall,
Von außen durch das eigne HerzDurch List, Gewinn und Furcht und Schmerz,Nun kämpcn sollen! O wie leichtVerliert man alle Kraft, und weicht!
Wer kann mir bcistchn? — Du alleinSollst meine Hilf' und Stärke sein.
Laß meine Schwachheit immer mirVor Augen sein, daß ich von DirNie weiche, daß ich standhaft sei,
Dir bis zum letzten Seufzer treu.
Ast der Mensch wirklich von Natur böse und ver-derbt? — Es gibt Viele, welche diese Frage bejahen, wennsie an die beständige Neigung der Sterblichen zu allem Verbo-tenen, und selbst an das Widerstreben der kleinsten Kinder gegendie Gebote der guten Acltcrn denken. Es gibt Viele, welche dieseFrage verneinen, wenn sie an die Unschuld der Kinder denken,von denen Jesus doch selbst sagt, daß, wer nicht wird wie sie,niemals ins Himmelreich eingchcn werde; oder wenn sic an GottesHeiligkeit und Güte denken, mit welcher cs nicht übcreinstimmt,daß sie den Menschen zur Sünde erschaffen habe, und zum fort-währenden Elende.
Die Frage über das natürliche Verderben der Menschen hatvielerlei Streitigkeit und Sektircrei in der Christenheit verur-sacht; so wie die Menschen überhaupt sich von jeher am häufigstenüber das stritten, was am wenigsten zu ergründen war, oderworaus am wenigsten Heil entsprang. Thcils die Lehrgebäudeheidnischer Weltweisheit im frühesten Alterthum, thcils einzelneStellen der heiligen Schrift, welche von Bibellesern und Bibcl-III. 14