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reffen, rer das Unternehmen angehoben hat. In diesen kannstdu irren; in jener Liebe des Guten und Löblichen niemals.
Verdamme auch dann nicht, wenn der Schein ge-gen die Güte einer Person oder ihres Thuns redet.Der Schein würde vielleicht Plötzlich verschwinden, wenn du besserunterrichtet wärest, wenn du in den Verhältnissen desjenigenständest, der zu solchem Betragen gcnöthigt ist. Halte dein Ur-theil zurück, und stelle die Entscheidung ruhig den kommendenTagen anheim, so lange deine Verhältnisse, deine Rechte übri-gens ungckränkt bleiben. Es ist nur ein einziger Gesetzgeber überdie Herzen der Sterblichen, der kann selig machen und verdam-men. Wer bist du, der du einen Andern verurteilest?
Herzenskundiger! Allwissender! Dir allein gebührt das Gerichtüber des Menschen inncrn Werth oder Unwerth. Ich erschreckevor meiner Leichtfertigkeit und Anmaßung! Nie entschlüpfe meinerZunge wieder ein schnödes Urtheil über den Nächsten. Ich willnicht verdammen, den Du vielleicht liebst. Ich will fortan scho-nend in meinem Urtheil sein; lieber tausendmal irren, weil ichvon meinen Lebensgcnoffen zu gut denke, als das Unglück haben,einen Einzigen zu verkennen, weil ich von Allen gleich das Ue-belste denke. Erbarmcr, sei Du schonungsvoll gegen meineSchuld! Amen.
LV.
Die Leidenschaften.
Röm. 8, 6 — 9.
Der Sinn fiir'S Böse wohnt in mir;
Auch wenn ich schon, mein Gott, von DirGeheiligt bin, versucht er michZur Siindenlnst. Er stärket sich