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sie schnell fertig find, Böses zu argwöhnen und nachzureden undweiter zu bringen? Kannst du dir cinbilden, daß die Leute dasGute, was an dir ist, schon eben so allgemein und emsig ge-rühmt haben, als sic geschäftig gewesen sind, deine Fehler oderJrrthümer, oder auch den bloßen Schein derselben, zu musternund durchzuzichcn, zu bespötteln, und wieder zu erzählen?
Wenn der große Haufe über ausgezeichnete Personen after-rcdet; ihnen bei dem, was sie Löbliches bewirken wollen, nied-rige Nebenabsichten zutraut; sic für Heuchler oder Ehrgeizige,Schwärmer oder Neuerungssüchtigc, Herrschlustige, Geldgierigeu s. w. hält: so wird man zehnmal für einmal am sicherstengehen, wenn man von den Verlästerten ohne anders das Gegen-theil glaubt.
Willst du nicht Gefahr laufen, Jemanden leicht zu verkennen:so traue ihm bei seinen Unternehmungen immer lieber die ehr-licher» Absichten und bessern Beweggründe, als dieschlechten: zu. Denn im Durchschnitt haben die Menschen beidem, was sic öffentlich thun, gewiß keine unedel» und bösenGründe. Ob aber ihre Ansichten und gewählten Mittel richtigoder irrig seien, das kann nicht durch bloßes Vernünfteln undVermuthen, sondern am sichersten durch den Erfolg entschiedenwerden. Schlechterdings und durchaus böse ist kein Mensch aufErden: warum soll ich ihm also keine gute Absicht zutraueu? —Bin ich denn nicht selber edler Zwecke und Wünsche bei meinenHandlungen fähig; liegt darin nicht weit süßerer Genuß, alstu der Wahl niedriger und unreiner Absichten? Welch ein Rechtkönnte ich also haben, von Andern nicht das zu glauben, dessensic am natürlichsten fähig sind!
Wo du löbliche Zwecke bei Unternehmungen wahrnimmst, daeile, sic mit der des Christen würdigen Liebe des Guten zu be-fördern, und laure nicht auf versteckte, verächtliche Nebenabsichten