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3 (1853)
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Nützliche IN hintcrtreiben, bloß weil cs von Diesem oder Jenemherrührtc, gegen welchen du im Herzen eingenommen wärest?Siehe, so standest auch du deiner unwürdig da, in der ekelhaftenSchlechtigkeit des Pöbels, der allezeit fähig ist, die Unschuld zuverdammen, oder das Verdienst zu lästern, weil er selber nichtunschuldig ist, oder nicht groß genug, das Edlere zu begreifenund zu ehren. Schwacher Christ, der du dich dessen schuldigweißt: auf welcher Seite würdest du gestanden sein, wenn duin den Tagen Jesu Christi, deines Erlösers, gelebt hättest?Würdest du mit den wenigen Jüngern Jesu gewesen sein, undihre Gefahr mit ihnen getheilt haben, oder hättest du cs mitdem Pöbel der Schriftgclehrtcn, Pharisäer und andern Feindendes Herrn gehalten?

Darum (denn Gefahren und Schaden sind groß, Andere zuverkennen) sei behutsam im Aussprechen deines Ur-thcils über Andere! nicht nur im Aussprcchcn, sondernselbst im bloßen Denken eines nachthciligcn UrthcilsI Ent-scheide nicht gleich, und argwöhne nicht sogleich das Schänd-lichste, bevor du nicht Person und Sache auf das Vollkommensteergründet hast. Selbst der Schein der Umstände gibt dir nochkein Recht, Böses zu vcrmuthcn; Erfahrungen sollten dich schonbelehrt haben, wie oft man vom Schein hintcrgangcn werdenkann! Entscheide nicht, sprich nicht ab, und nimm selbst dasallgemeine Geschrei der Leute gegen die Handels- und Denkweisedieser oder jener Person nicht für einen Beweis der Wahrheit.Denn es gibt viele Dinge, welche die Fassungskraft, Erfahrungund Einsicht des großen Haufens weit übersteigen; auch maßtsich der rechthaberische Eigendünkel des gemeinen, voreilig rich-tenden Trosses gern das Richtcramt an. Oder wann hast dujemals gehört, daß die gewöhnliche» Menschen lieber das Guteanerkennen und nach Verdienst mit eben dem Eifer preisen, als