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3 (1853)
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die Augen der Menge auf fich ziehen. Uebcr sie maßt sich nunJeder das Recht an, zu nrthcilen, als wenn Jeder sie auf dasvertrauteste kennte. Weil man viel von ihnen spricht und redenhört, glaubt man sie schon hinlänglich zu kennen. So langejene Personen in dem Geleise der Gemeinheit bleiben; in dem,was sie thun, vom Glücke begleitet find; oder ihre Schritte nichtgegen dies und jenes Interesse anstoßen: läßt man sie. Abersobald sie vom Gemeinen abweichcn, erhebt sich die Krittelei, undJeder läßt gegen sie seine Weisheit blicken. Sind ihre Unter-nehmungen nicht sogleich vom Glück gekrönt, jauchzt der schaden-frohe Pöbel seinen Spott. Pöbel heißt aber nicht die armeVolksklasse, sondern der reiche und arme, hohe und niedere, geistes-beschränkte Troß im Volk, der keines eigenen und edeln Urtheilsfähig ist. Die Lästerzungen werden rege und reger, wenn derVerkannte nicht sogleich im Stande ist, den Nutzen seiner Unter-nehmungen sonnenklar für jedes Auge darzustellen. Und hätteer die allerlöblichsten Zwecke, der Pöbel wird ihm die niedrigstenNebenabsichten zuschrciben; wird ihn, sobald es erlaubt ist, ver-folgen und kreuzigen, weil er nicht ist und thut, wie der ge-meine Haufe ist und thut.

Kennst du, mein Freund, keine Beispiele dazu aus den Er-fahrungen deines eigenen Lebens? Hast du dir nicht auch schonin deinem Urtheil über ausgezeichnete Personen, ohne gründlicheKenntniß der Sache und des Menschen, absprcchende, verdächti-gende Urthcile erlaubt, und dich auf die Seite des Pöbels ge-stellt? Hast du nicht auch schon deinen Witz angestrengt, denVerstand und das Heiz ausgezeichneter Personen lächerlich undverächtlich oder gehässig zu machen? Hast du nicht auch schon,ohne vorher gehörig geprüft zu haben, das Böse und Feindlichenachgeplaudert, was von dergleichen Personen gesagt ward? Hastdu nicht auch schon geholfen, das Gute zu unterdrücken, das