Druckschrift 
3 (1853)
Seite
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spricht von seiner Sache mit allzugroßer Wärme, wodurch mantheils weniger billig gegen Andere wird, theils seinem Geschäfteeinen übertriebenen Werth beilegt, den Andere nicht wahrnehmcn.

Ueberhaupt ist auch wohl im Urthcil der Leute überunser Verdienst weniger Bosheit, als Jrrthum ent-halten. Es ist sehr wohl möglich, daß bei einigen die Bosheitvorwaltet; daß sie vom Neid, vom Stolz, vom beleidigten Ehr-geiz, vom bedrohten Eigennutz, von der hämischen Schadenfreudezur Verfolgung unserer Person aufgewiegelt sind. Doch wirddies gewiß nur der Fall bei einigen schlcchtdcnkenden, leidenschaft-lichen Leuten sein. Die übrigen plaudern nur nach; sie sprechenaus Leichtsinn mit, sie verkennen uns, weil sie uns nicht kennen.Entweder sind sie überhaupt nicht fähig, unsere Unternehmungenund Absichten zu verstehen, oder wir hatten es vernachlässigt, sievon der Güte unsers Thuns zu belehren; oder sie wissen über-haupt nicht, worin unser Verdienst besteht, und find daher sehrgleichgültig gegen uns, und ziehen jeden Andern vor, der ihnenbekannter ist, oder dem sie für irgend eine kleine Gefälligkeitverpflichteter sind, als uns. Darum sollen wir nicht einiger un-edeln Menschen willen alle sammt und sonders verdammen; sonstsind wir gegen Viele eben so ungerecht, als sie es gegen unsaus Zrrthum sind; und wir verdienen dann selber die Vorwürfe,welche wir ihnen jetzt machen.

Wir müssen uns doch hüten, zu glauben, daß alle Men-schen das Gute, was wir befördert oder gestiftethaben, so hoch aufnehmen, wie wir selber; denn siekönnen nicht wissen, wie groß oder gering unsereigentlicher Antheil daran ist; sie können nie wissen, wieviel oder wie wenig es uns gekostet hat; sie können nie wissen,ob wir cs mehr oder weniger in reinen, anspruchlosen Absichtenthaten. Wir selbst würden ja dem Verdienste Anderer weniger