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können. Selig, sagt Jesus, selig sind, die um der Ge-rechtigkeit willen verfolgt werden, denn das Him-melreich ist ihrer; selig seid ihr, wenn euch die Men-schen um meinetwillen verfolgen, und reden allerleiNebels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröh-lich und getrost, es wird euch im Himmel wohl be-lohnt werden. (Matth. 5, 10 — 12.)
Und, ich must mir es doch nicht verhehlen, war ich nicht viel-leicht auch wohl selbst hin und wieder Ursache, daß man michnicht so unbefangen und gerecht beurtheilte, als ich cs wünschte? —Zeigte sich vielleicht in meinen Worten und Handlungen zuweilennicht etwas Zweideutiges, welches Anlast gab, daß ich verkanntwurde? Wandte ich auch überall da, wo ich Gutes beabsichtigte,die nöthige Klugheit und schonende Vorsicht an, um Andere nichtzu kränken, oder zu erbittern? War ich, wenn mir, was ichwollte, endlich gelungen war, nachher auch immer bescheidengenug und mit derjenigen Demuth auf mein Thun blickend,welche eigentlich jeder guten That die Krone aufsetzt? Die Men-schen sind im Grunde gern geneigt, Jemandem Gerechtigkeitwiderfahren zu lassen, wenn man ihnen nur bei ihren Unter-nehmungen ebenfalls Gerechtigkeit widerfahren läßt. Sie ver-zeihen es ziemlich gern, wenn man besser denkt und handelt, alssie, nur muß man dabei doch ihre sehr reizbare Eigenliebe inAcht nehmen. Sie anerkennen noch gern ein Verdienst, welchesman hat, sobald man nur nicht diese Anerkennung von ihnen ge-wissermaßen ertrotzen will. Prüfen wir unser Betragen, ehewir über das unwürdige Betragen der Andern gegen uns Klageführen! — Sehen wir zu, ob nicht erst Fehler, die wir begingen,Andere reizten, Fehler gegen uns zu begehen. Im Triumph undEifer, den man so leicht hat, wenn man irgend einen guten Zweckzu erreichen im Begriff ist, kann man sich leicht vergessen. Man