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sich bei dir leidenschaftliche Empfindlichkeit oder eine kleine Rach-sucht wegen erlittenen Unrechts einmischt.

Behalte deine ruhige Besonnenheit, so oft du üble Nachrichtenund Bemerkungen über Andere vernimmst. Scheinen dir aberdoch solche Lästerberichtc für deine Verhältnisse nicht ganz gleich-gültig zu sein: so forsche nach den Quellen, aus welchen dieseAnzeigen gekommen sind, und suche die Wahrheit zu ergründen.Schon oft verliert bloß dadurch eine boshafte Erzählung ihrenganzen Werth, sobald inan nur erst weiß, aus was für einemMunde sic hcrvorgegangcn. In keinem Falle aber sei du derWeitcrträgcr der Botschaft. Sie sei gesprochen und vergessen indemselben Augenblick; ist sie gegründet gewesen, wird ihre Wahr-heit endlich ans Licht treten müssen, ohne dein geringstes Zuthun.

Weiche selbst dem Gespräche über anerkannte Fehltritte deinerMitbürger aus, weil man aus deinen Worten vielleicht noch mehrGift zum Nachtheil der Fchlbaren oder Unglücklichen sangen möchte.Kannst du aber, ohne die Wohlanständigkcit zu verletzen, nichtdem Gespräche entrinnen: so sei dein Urtheil bescheiden, sanft-müthig, mildernd, gleichsam Verzeihung flehend.

Beginne lieber die Rede von den Verdiensten, von de» löb-lichen Eigenschaften der Getadelten, und lege sie ihren Fehlerngegenüber in die.Wagschale. Schon nur dieser Versuch wirdmanchen Lästerer vorsichtiger machen, oder ihn ganz zum Ver-stummen bringen. Nur dieser Versuch schon wird deinem HerzenEhre gewähren, wird dir sogar Achtung und einiges Vertrauenbei den Lästersüchtigen und Schwätzern erwecken, weil sie über-zeugt werden, du seiest edel und muthig genug, auch von ihnenselbst in ihrer Abwesenheit das Gute zu sagen.

Besonders aber vermeide, dich um Häuslichkeiten deiner Mit-bürger zu bekümmern, die doch auf dein eigenes Wohl und Wehekeinen Einfluß haben. Laß Jedem n seiner Wohnung die schöne