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3 (1853)
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Auch fühlt cs Jedermann sowohl an sich selbst, als in derArt zu reden des Andern, ob ein gesprochener Tadel nothge--drungcn oder muthwillig und leichtsinnig sei; ob er aus den reinenQuellen der ächten Menschenfreundlichkeit, oder aus den Quellender Bosheit, des Neides, der Langeweile, der Geschwätzigkeit,des Spottes, der Eitelkeit und Neuigkeitssucht fließe.

Ist es dir Ernst, dich über den rohen Haufen der Bildungs-und Herzlosen erhoben zu sehen; ist es dir Ernst, deine Zunge,für deren Gebrauch du Gott, dem strengen Richter, verantwort-lich bist, dem Dienste der Verleumdung zu entziehen: so meidedie Gesellschaft der Verleumder. Und kannst du diesdeiner besonder» Verhältnisse wegen nicht immer: so stimmenicht ein in ihren Ton; sei nicht ihr Gehilfe, sei nicht derWiederträgcr ihrer giftigen Bemerkungen, sondern erhalte deineigenes Urtheil über diejenigen Personen rein, mit welchen sichdie Geschwätzigkeit boshafter oder unbesonnener Leute beschäftigt.Das ist es, was Paulus, der Gesandte Christi, sagt:Gebetnicht Raum dem Lästerer!" (Ephes. 4, 27.)

Es ist kein Ort, wo man nicht diejenigen mit heimlicher oderlauter Verachtung ziemlich genau bezeichnet, welche eine loseZunge haben. Man ist vielleicht zu ihrem Umgang gezwungen,aber man verhehlt sich nicht den Ekel vor ihrem bekannten Fehler,also, daß jeder Gute vor ihnen immerdar gewarnt ist. Selbstdie Lästcrsüchtigcn unter einander verachten und fürchten sich gegen-seitig, also, daß unter ihnen keine Liebe ist.

Gebiete deinem Munde Schweigen, wenn sich die schaden-frohen und spöttelnden Gespräche auf Personen hinlenken, gegenwelche du selbst vielleicht Abneigung empfindest, oder die dir An-laß zum Mißvergnügen geben. Denn dein Urtheil über solchekönnte alsdann noch falscher und ungerechter, noch bitterer undgehässiger ausfallcn, als das Urtheil berüchtigter Lästerer, weil