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3 (1853)
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liebten, und die Hölle in den Schoos mancher Familie warf,die sonst einen Himmel besaß.

Am furchtbarsten wüthet dies Laster in kleinen Städten, woWohlstand genug herrscht, um Müßiggang zu erzeugen; woMangel einer bessern Erziehung zur Wahl des Pöbcllasters ge-neigter macht; wo die Menschen nahe genug beisammen leben,um sich alle zu kennen und zu berühren. Dort wüthet die Pestdes bürgerlichen und häuslichen Glücks am nachtheiligsten, also,daß dort oft am wenigsten gegenseitiges Vertrauen, Einmüthig--keit der Familien, Alles umfassende Liebe zu finden ist. Hiergeht leichter ein böses Geschwätz von Haus zu Haus; und dieOhrenbläser, Hin- und Herträgcr und Wicdersagcr werden nichtso bald für ehrlos gehalten, als tu größern Gemeinden, wo der,welcher sich um des Nachbars Heimlichkeiten bekümmert, auffällt,weil man fich im Gewühl der Menge weniger genau zu erkennenund zu berühren gewohnt ist.

Sollte ich die traurigen Wirkungen der Lästersucht und derBegierde, jedes Gute und Edle an Andern zu verkleinern, ach-tungslos hingcworfene Worte mit Wichtigkeit aufzuhebcn undgehässig zu deuten sollte ich die Wirkungen dieses niedrigenLasters in ihrer ganzen Gewalt schildern: woher nähme ich Zeitund Worte?

Ich müßte reden von den tausend Thränen, welche durchhämische, mit Eifer ausgcbrcitetc Gerüchte den Unschuldigen,Verkannten ausgepreßt wurden. Ich müßte reden von den Seuf-zern, welche klagend zu Gott aus der Brust dessen stiegen, deinein boshafter Witz oder des Neides Schlangcnzahn das edelsteKleinod, den guten Ruf, zerstörte; müßte reden von glücklichenFamilien, welche durch Mißverständnisse und Zwischenträgcreicnauf immer von einander gerissen und entfernt wurden; müßtereden von manchem Redlichen, dem durch die giftigen Verdäch-