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oder lächelt hämisch erniedrigend, um die gute Meinung zu zer-stören, welche Einer und der Andere von den guten Eigenschaftenseines Mitmenschen hatte! Wie Mancher sucht durch gleichgültigesSchweigen, durch bedenkliche Mienen Argwohn gegen den zuerregen, welcher etwa Lob einärntct, und sich doch dabei vordem Rufe eines Lästerers zu verwahren, indem er eigentlich keinübles Wort redet!

O wahrlich, auch diese sind Verleumder, und von der gefähr-lichem Art. Ihr Achselzucken, ihr bedenkliches Schweigen sprichtmehr aus, als eine boshafte Zunge. Sie vergiften mit ihremLächeln, sie verleumden mit ihren Mienen. In ihnen ist nichtdie erhabene Güte, welche dem Zünger Jesu geziemt, sondernFalschheit, Schadenfreude, Verrath und Neid toben in ihremHerzen, und spiegeln sich in ihren Geberden.

Es ist Hang zur Lästersucht, wenn man im geselligen Um-gänge geflissentlich das Gespräch auf das Thun und Lassen desNächsten lenkt, um Gelegenheit zu finden, spöttische Anmerkungen,oder boshafte Folgerungen, oder Verkleinerung manches-Guten, oder Uebcrtreibung manches Fehlers anzn-bringen.

Es ist Hang zur Lästersucht, wenn man durch mancherleiMittel die Angelegenheiten fremder Haushaltungen,die innern Verhältnisse anderer Familien auszu-spüren sucht, um sie zum Stoff gesellschaftlicher Unterhaltun-gen zu machen, das heißt, um fie mit geschwätzigem Munde vonHaus zu Haus zu tragen, und zu Jedermanns Kunde zu bringen.

Denn jegliches Haus und jegliche Familie hat in ihrem In-nern mancherlei Vorfälle und Umstände, welche besser ein Ge-heimnis bleiben, ob sie gleich nicht zur Schande gereichen, wennfie kund werden. Man liebt es, in seinem Hauswesen ohneZwang,unv unbeachtet cinherzugehcn, und sich selber anzugehören.