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vielleicht, sonst wenig oder gar keine Gemeinschaft haben. Nochmehr, viele Personen, die das Laster der Verleumdung, dasGift der Lästerzungen am innigsten verabscheuen, Personen, welchesich selbst über das Leid beklagen, welches sie von fremden Zun-gen erdulden müssen, verfallen oft in den gleichen Fehler, densie Andern mit Recht zum Vorwurf machen, und glauben es dochvon sich keineswegs.
Wer ist Verleumder? — Zeder, welcher durch seine Re-den, Urtheile, Nachrichten, Bemerkungen dazu beiträgt, daßunsere innere Achtung gegen einen unserer Nächsten mehr oderweniger verkleinert werden kann, ohne daß dieser vielleicht dieAbnahme unserer Achtung verdient. Denn wer durch seine Be-merkungen, durch seine Herumträgcreien, durch das Ausspürcnund Feiltragcn deiner kleinen Familien-Angelegenheiten, durchlieblose Auslegung deiner Worte und Thaten die Achtung schmä-lert, welche gute Menschen bisher vor dir hatten, ihnen auchnur Mißtrauen und Aengstlichkeit im Umgänge mit dir einflößt —raubt er dir nicht einen Theil deines guten Rufes, deines bisherunbescholtenen Namens, deiner bisher unbefleckten Ehre? Unoist der Entwcihcr deines inncrn Wcrthcs, der Besudler deinesguten Leumunds, nicht ein Verleumder?
Gewöhnlich denken sich Viele, die sich vielleicht selbst von diesergemeinen Sünde des Pöbels nicht ganz rein wissen, unter demharten Worte Verleumdung nur das Laster in seiner größtenArghcit: absichtliche Erdichtung schändlicher Nachreden, boshafteErfindung übler Gerüchte zum Nachthcil des guten Namens undder Ruhe des Nächsten.
Man möchte gern nur das für Verleumdung halten, waswider Jemandes Ehre ausgesprcngt wurde, aber davon die Wahr-heit sich nachmals nicht bestätigte; jede schwarze Lüge, die Haßund Neid ersonnen; jede Vergrößerung irgend eines kleinen