Druckschrift 
3 (1853)
Seite
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ganzes Herz an dieses Vergängliche hängt, schafft sich wohl selbstdie grausamsten Schmerzen!

So, indem der Weise die Nichtigkeit des Irdischen erkennt,und um seiner eigenen Ruhe willen sich der leidenschaftlichen Vor-liebe für irgend einen Theil desselben erwehrt, indem er sehr guteinsieht, dast er in der Erfüllung äußerer Wünsche sein inneres,unzerstörbares Glück unmöglich gründen kann, daß diese un-mittelbare Ruhe und Zufriedenheit des GcmüthS vom Trieb nachWohlleben, Ruhm, Liebe, Rcichthum nur vernichtet, keineswegsvermehrt wird, daß nur Bewußtsein vollbrachter großerPflichten, Unabhängigkeit vom Einflüsse der Leidenschaften undgemeiner Vorurthcile, Einssein mit Gott, Wandel durch diesesbunte Leben im hohen und doch bescheidenen Geiste Jesu einedauerhafte Seligkeit des Herzens bewirkt: wird er göttlicher,und das Leben sinkt für ihn im Preise. Mag er auch zuweilennoch lebhafter sein Herz für dies oder jenes auf Erden schlagenfühlen: er kann doch das herrliche Wort des weisen und er-fahrungsreichen und über alle Schicksale hochcrhabcncn JüngersJesu mitsprcchcn: Meine Brüder, ich schätze mich selbst nochnicht, daß ich cS schon ergriffen hätte. Eins aber sage ich: Ichvergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem,was davorncn ist, und jage nach dem vorgestecktenZiel, nach dem Kleinod, welches vorhält die himm-lische Berufung Gottes in Christo Jesu. (Phil. 3,13 . 14 .)

Wer unter uns, so vollkommen er auch wirklich schon wäre,könnte von sich selber sagen: Ich habe mein Ziel schon er-griffen! Ich habe vollendet! Mein Herz wird durch keine vor-herrschende Liebe zu irgend etwas Irdischem mehr gefesselt!O wer dies sagen könnte, müßte er nicht mehr als Mensch sein?Daher soll man sich hier vor Uebertreibnng in denjenigen Vor-