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Drum nicht im Wcltgetümmel,Hier zwischen Trug und Schein:Dein Wandel soll im HimmelMit Aesn sein!
Flüchtige Tage! Flüchtige Jahre! Wir erwarten mit Ungedulddie Erscheinung des blumenreichen Frühlings, und nach wenigerZeit seufzen wir: er ist schon gewesen! Was wir Monden, Jahre,Ewigkeiten nennen, che es kommt, nennen wir Augenblicke, wenneS vorüber ist. Das Kind begehrt nach der Jünglingsstundc,der Jüngling nach dem reifem männlichen Alter. Zu schnellkommt die Stunde, zu schnell das Alter. Sic blicken mit weh-müth'iger Sehnsucht in das Verschwundene, wie in einen schönenTraum zurück; ihr Haar ist eisgrau geworden. So war cs vortausend und abcrmal tausend Jahren unter den Menschen; alleGeschlechter der Vorzeit sind längst verschwunden; ihre Asche istlängst verweht. Aber wir, mit unfern Begierden, Erwartungenund Klagen, find noch, wie sie gewesen find. Und wie wir heutefind, so werden unsere Nachkommen nach tausend und abermaltausend Jahren sein, wenn wir und unsere Familien langst ver-schwunden sind, und unsere Asche schon längst von allen Windenverweht ist.
Dies Drängen und Treiben der Sterblichen nimmt kein Ende,und doch nimmt jeder Mensch sein Ende so früh. Jedes HundertJahre sicht drei neue Menschengeschlechter kommen und gehen.Aber alle drängen und treiben, als hätte das Leben kein Ende.Sie scharren Gut und Geld zusammen, als hätten sie für einmehrhundertjähriges Auskommen zu sorgen; sie streiten, sie krie-gen und unterhandeln, als müßten sie ewig herrschen; sie werbenund ringen um Ehre und Würden, als könnten sie auf Erdendas Unendliche haben; sie kaufen und sorgen, hadern und bauen,als würden sie ihre Häuser und Güter nie verlassen. Und darüber