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ist. O wie oft war ich nur nichts im Leben, als klug! Wie vieltausend Dinge that ich, wobei ich nur an meinen augenblicklichenBortheil dachte, ohne daran zu denken, ob das, was ich wollte,und wie ich es that, auch gut, auch cdclmüthig, auch keinemandern Menschen schädlich sei! Daher ist cs auch gekommen,daß ich von so Vielem, was ich während meines Lebens voll-brachte, auch keinen wahren, bleibenden Nutzen hatte; daß mirVieles Sorge brachte, und Manches sogar Neue hinterließ. Ichsehe cs ein, daß Klugheit ohne Christcnweishcit doch nur Un-klughcit sei.

Hätte ich bei jeder meiner wichtiger» und unwichtigem Hand-lungen immer auch daran gedacht, ob sie schuldlos, ob sie ge-recht, ob sie/ür andere Menschen ebenfalls segcnsvoll wäreo, ich hätte bei meiner Klugheit keine böse Handlung vollbracht,nie eine That,.deren ich mich jetzt heimlich schämen muß, so oftich mich ihrer erinnere! O ich könnte heute nur an ein Leben»oll schöner, cdelmiithiger Verrichtungen denken! Ich wäreheute der.Wohlthätcr aller der Meinigen, Wohlthätcr unzähligerMitbürger und Fremden, Wohlthätcr vielleicht meines ganzenVaterlandes! Ich wäre heute schon ein besserer, edlerer, größererMensch, als ich leider nicht bin! Ich wäre heute schon meinemheiligen Urbild Jesu ähnlicher, wäre meinem Gott näher!

Und ich bin cs nicht. Ich handelte nur klug, nur für meinenflüchtigen Nutzen; aber die wahre Weisheit, das zarte Gefühldes Rechten, des Edelmüthigen war fern von mir.

Nun denn, vermähle du dich, heilige Christcnweishcit, Weis-heit der Religion, mit der irdischen Klugheit, wie der un-sterbliche Geist vermählt ist mit dem irdischen Leibe! Denke,o meine Seele, bei Allem, was dn.unternimmst: Ist das auchgut und nach Gottes Willen, was du thun willst? Könntest dunicht etwas Besseres thun, statt dessen? Oder könntest du cs