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haben; aber dies Vertrauen darf nicht zur Trägheit verleiten,nicht zur Gleichgültigkeit gegen den Gang der Dingiu Wir müssendurch unvorsichtiges Betragen nicht selbst die Stifter großen Uebelsfür uns und Andere werden, und dann uns mit dem falsche»Glauben beruhigen, Gott habe cs so gewollt. Wir müssen unsund Andere nicht selbst durch Unklugheit ins Unglück stürzen, unddann dabei auf Gottes Beistand hoffen.

So ist denn alle irdische Klugheit ohne christliche Weisheitnur Unklugheit, welche zuletzt Verderben erzeugt. So ist Tugend,ohne Klugheit und Uebcrlegung geübt, zuletzt eine Untugend, desstrengsten Tadels wcrth. Wir sollen weise sein mit Klug-heit, und klug sein mit Weisheit.

Klugheit aber ist jene Geschicklichkeit, die wir durch Er-fahrung erwerben, vermöge welcher wir bei allen unser» Hand-lungen immer die uns möglichst besten Mittel zur Erreichungunserer Absichten wählen. Die Klugheit macht sich mit allenUmständen bekannt, unter welchen sie handeln soll. Die Klug-heit sinnet nur auf ihren Vortheil, und sucht sich dahin dersichersten Wege zu bcmeistcrn. Die Klugheit geht bei Allemüberlegt, behutsam, vorsichtig und bedacht zu Werke.

Weisheit hingegen ist das Streben, nur dasjenige zu thun,was recht und gut ist, was Jesu Lehre, was der Wille desAllcrheiligsten ist. Die Weisheit will keinen Vortheil, nur Tu-gend; sie sinnet nicht bloß auf ihren eigenen Nutzen, sondernauf das, was edel und wohlthätig ist, nütze dann, wem esmag. Sie sehnt sich nach der Heiligkeit des Gcmüthes. Beiallen ihren Handlungen athmet sie nur Liebe zu Gott, nur Liebefür das Wohl der Menschen.

Die Klugheit wählt sich irgend einen Vorsatz, den sie voll-strcckcn will, um sich in neuen Vorthcil zu setzen. Die Weisheitaber spricht: Ist dein Zweck auch erlaubt? Ist er so, daß er