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Wahr ist's, du sollst die Wahrheit reden; aber nicht ohneVorsicht. Es gibt Wahrheiten, deren Entdeckung das Glück recht-schaffener Menschen in Gefahr setzen könnte. Es gibt Heuchler,welche dir mit der Miene des Wohlwollens Geheimnisse Man-schen, durch die sic nachher dich und Andere ins Verderben brin-gen möchten.

Wahr ist's, du sollst Niemanden beleidigen, Niemanden er-zürnen, gegen Niemanden hadern. Aber Menschen werden dichum dein Eigcnthum, um deine Ehre, um deine Rechte zu be-trügen, andere werden dich und die Deinigcn mit offener Gewaltzu berauben suchen; vergebens stellst du ihnen deine Menschen-freundlichkeit, deine Unschuld entgegen. Sic verspotten deineTugend; sie berauben dich und die Deinigcn, wenn du ihrerGewalt nicht Gewalt entgcgenstcllst; wenn du nicht den Schutzder Gesetze gegen sie anrnfst; wenn du nicht vereint mit deine»Mitbürgern in den Krieg hinauseilst, oder deine Söhne sendest,die Rechte, das Eigcnthum, die Ehre und Unabhängigkeit deinesVaterlandes zu vcrthcidigen.

Es ist wahr, wir sollen nicht irdischen Wohlstand, gemäch-liches Leben dieser Welt als das Einzige und Höchste arischen,wonach wir zu ringen haben, sondern die Veredlung unscrs Her-zens ümnerdar zur Hauptsache machen; der Welt, das heißt,den gemeinen thierischen Lüsten, absterben, und unser GcmüthGott weihen, das heißt, göttlicher, heiliger machen. Mein demUmgänge mit Menschen entsagen, sich in Einsamkeiten verschließen,nur beten, und der bürgerlichen Gesellschaft, ans deren Kostenman lebt, nichts nützen, ist eine Frömmigkeit, die Gott nichtgefallen kann, der den Menschen unter den Menschen schuf, daßeiner dem andern brüderlich diene, und Jeder nach allen Kräftendie Wohlfahrt Aller vermehre.

Wahr ist cs, wir sollen Vertrauen auf Gottes Führungen