die Worte hinzusctzt: Bor dem muß man sich in Acht nehmen! —Du hast mehr verloren, als gewonnen; du hast dir vielleicht eintodtes Gut errungen, »her edle, lebendige Herzen von dir ge-stoßen. Man achtet deinen Verstand, aber verachtet dein Herz.Man bewundert mit Widerwillen und Ekel deine Geschicklichkeit,aber liebt in dir nicht mehr den guten Menschen.
Sprich nicht: Es ist mir gleichgültig, was man von mir denkt.Es ist Thorheit, sich nach den Urthcilen der Menschen zu richten.Hätte ich's nicht gethan, so hätte cs statt meiner ein Anderergethan. Gleichviel Alles, wenn ich nur meine Absicht erreiche.
Nein, es ist nicht gleichviel! Du hast deine Absichten erreicht,aber die Achtung für dich selbst hast du-verloren. Du wähltestm deiner Klugheit unbillige Mittel, die dich freilich zum Zweckführten; aber du hast Gott verloren und das Vertrauen zu denMenschen. Du fürchtest nun eben so von ihnen hintergangcn zuwerden, wie du Manchen von ihnen hintergingst. Du bist ausdem Paradiese schöner Unbefangenheit und Unschuld herausgetretcnin eine unsichere Wildniß; du hast keine Stütze mehr, als dichund deine Klugheit.
Denke nicht: Aber diese ist mir Stütze genug; ich werde michschon in dem, was ich gethan, was ich erreicht habe, zu erhal-ten wissen! — O du, der sich mit seiner Klugheit brüstet, wieschnell verläßt dich jetzt schon deine Klugheit, wie schnell dieMenge der Erfahrungen, auf welche du stolz bist! — WelcherMensch kann sich genug auf eigene Kraft verlassen? — Ein Zu-fall kann Alles zerreißen, was dein Witz verband; ein schreck-liches Ohngcfähr kann Alles zertrümmern, was du erbaut hast.Neu, kein Ohngcfähr, Gottes Weltcinrichtung ist's, der du,schwaches Wesen, unterworfen bleibst. Gottes Hand kann deinenStolz vernichten. Wie dann, wenn du nun mehr verloren hast,als dir deine Kunst und List gewann? wenn du mit unerlaubten