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Weltklugheit und Christenweisheit.

Matth. 10, 16.

Ich flehe nicht MN Geld und Gut,

Ich flehe nicht uni thräncnlose Tage,

Ilm Weisheit nur, o Gott, und Muth,

Daß ich als Christ des Lebens Schicksal trage!

Ich will nichts, Quell der Weisheit, nichtsAls Weisheit, wenn ich wirk' und leide,

Als Weisheit nur in Harm und Freude,

Als Licht von Dir, Du Quell des LichtS!

2luch der klügste Mann kann fehlen, und durch eben diejenige»Mittel, welche Jedermann für die zweckmäßigsten zu seinem Glückhält, sich das furchtbarste Elend vorbercitcn.

Auch der frömmste Christ kann fehlen, und gerade dam dasgrößte Unglück anstiften, wenn er am tugendhaftesten zu handelnglaubt, und es am besten zu machen sucht.

So unglaublich dies auch zu sein scheint, daß man mit blofcrKlugheit in den Abgrund des Verderbens stürzen, daß man mitallem Tugendcifer, mit dem gerechtesten und heiligsten Sinn vielUebels «»richten könne: so wahr ist cs doch. Die Erfahrung gib:uns davon unzählige Beispiele. Diese Beispiele sollen miywarnen, sollen mich aufmerksamer auf meine eigene Art zu dcnkmund zu handeln machen. Vielleicht bin auch ich noch einer vondenen, die nicht den rechten Unterschied zwischen dem, was tlug,und zwischen dem, was weise ist, machen. Vielleicht bin auchich oft klug, ohne Weisheit-; oft weise und fromm, ab<r ohneden göttlichen Willen mit erforderlicher Klugheit auHuüben.Vielleicht bin auch ich einer von denen, die Jesu erhabene» Spruch