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testen, daß er, immerdar und aller Orten voller Liebe gegen dieMenschheit ist, wie Gott; daß diese Liebe nie erkaltet durch fremdeUndankbarkeit; keinen Unterschied macht im Wohlthun gegenFreunde oder Feinde, und noch mehr aus seinen Thatcn, alsaus seinen Reden erkannt wird. In jeder Stunde, bei jedemGeschäft sucht er der Veste und Nützlichste zu sein, der er nachMaßgabe seiner Kraft in solchem Augenblicke sein kann. Unddies Alles leistet er lieber im Verborgenen, als vor der MenschenAugen. Aber auch die Blicke der Menschen scheut er nicht, sobald erglauben kann, sein Vorgang und Beispiel könne heilsam werden.
Er will jederzeit unter den Verhältnissen, in die ihn GottesFührung bringt, das Beste und Höchste. Er will es nicht allein,nein, sein Wille ist That zugleich. Aber dennoch verhüllt er be-scheiden sein Gutes, weil er es nicht um Menschcnlob thut, undnicht von den Schwachen gerühmt sein mag, die leider schon daszu preisen pflegen, was doch nur einfache Pflicht des Rechtschaf-fenen ist. Eine gute That, die nach Beifall geizt, ist nur derVerachtung der Edcln werth. Gott kennt sie nicht. Wahre Seelen«größe hat eben darin ihre vollendete Hoheit, daß sie jedes Opferfür Menschenglück darbringt, ohne daß ein Sterblicher davon er-fährt. Der wahre Christ hat Ursache zu glauben, daß Andereedel handeln; denn er kennt seine Schwäche, die er noch zu be-kämpfen hat. Aber cs ist beschämend, sich für die Vollziehungseiner Pflichten gelobt zu hören, weil eben dies Lob beweiset,daß die es nicht geben dürfen, welche es crthcilen. Denn werdas lobt, was Schuldigkeit war, bekennt, daß er selbst seineSchuldigkeit nicht mit Strenge leistet. Und wie mag uns einRuhm aus solcher Menschen Munde gefallen?
Und wäre Schmach, Verfolgung, Kerker, Blutgerüst die Folgeunscrs tugendhaften Wandels — die Tugend ist Alles; Kerkerund Blutgerüst find nur Träume; die Seele des Gerechten ist