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Höchsten, darum ist ihr, was vom Staube kommt und zumStaube zurückkchrt, das Niedrigste. Das Ewige ist ihr Heim-wesen; daher erscheint ihr das Erdenlebeu nur als Vorbereitungs-stufe. Sic ehrt die menschlichen Stiftungen und Ordnungen,als Mittel zur Beförderung der Glückseligkeit; aber die Wahr-heit, das Recht und das Gute höher, als menschliche Stiftung:denn nur zu oft vergißt der sinnliche Sterbliche über den Glanzjener sclbsterfundenen Mittel den ehrwürdigen, fernen Zweck.Gott ist ihr in dieser Welt Alles, weil Gott in Allem ist,und sie selbst in Gott. Sie liebt das Leben, weil cs ein Daseinin Gott ist, aber verachtet den Tod, weil er nur eine geringeAbänderung in der Art unsers Daseins ist.
O erhabener Zcsus, dies ist Deine Religion, Deine Offen-barung, die Du in das Leben der Sterblichen brachtest! DieseSeelengröße ist die Frucht des Christcnthnms. Aber was bin ich?Nein, ich war noch kein Christ! Was hatte ich? Nein, ich hattenoch kein Christenthum, sondern ein feiges Schwanken zwischenSünde und Tugend, zwischen Staub und Gottheit. O Jesus,Dein heiliges Wort fällt wie ein Lichtstrahl in mein Gemüth.Heller erkenne ich den Sinn Deines'himmlischen Gedankens:Ihr sollt vollkommen sein, gleichwie euer Vater imHimmel vollkommen ist.
Die Seelcngröße des Christen besteht nun nicht in der gänz-lichen Vernachlässigung und Unterdrückung des Leibes, in der Er-tödtung aller Begierden, in dem gänzlichen Abstcrbcn für' dieirdischen Freuden des Lebens. Nein, dieser Leib ist das mir vorGott verliehene Werkzeug, wodurch ich auf die Welt um Mic-her wirken kann. Dies Werkzeug darf ich nicht verschmähen,nicht verwahrlosen; ich würde meinen Geist des wichtigsten vonGott verliehenen Mittels berauben, durch welches er seine Voll-endung bewirken soll. Aber für mehr als ein Werkzeug darf ich