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Vollendung! Der wahre Weise — und nur der heilige Nach-folger Jesu ist's — fühlt sich erhaben über die Ränke, Umtriebeund Leidenschaften des gemeinen Lebens, und will nur beglücken, woAndere ans Selbstsucht Böses thun. Er ist erhaben über Beleidi-gungen und Feindschaften; er läßt sich durch sic nicht hindern, denenwohl zu wollen und Nutzen zu stiften, die ihn hassen. Seine Racheheißt vergessen und verzeihen. Er ist erhaben über das klein-liche Streben der gemeinen Menschen, mit welchem sic ihr ganzesLeben daran wagen, in irgend einem Sinnenkitzel, in irgendeiner Eitelkeit ihr höchstes Glück zu suchen. Sein höchstes Gutist das Einssein mit Gott. Er, sich stets selbst beherrschend,um rein von Fehlern sein Herz zu bewahren, hasset diejenigennicht, die da fehlen, sondern betrachtet sie als das, was sie wirk-lich sind, als Kranke, deren Leichnam die Seele drückt und be-herrscht; als Irrende, deren Verstand ein falsches Gut zum Ziel,oder ein falsches Mittel zum Zweck gewählt hat. Er haßt sienicht, aber bedauert sie, und sucht durch Beförderung einer weisenAufklärung die Uebel des Jrrthums zu vermindern Er ist er-haben über die Leidenschaft der Selbstsucht und des Eigennutzes.Er will nicht der edelste der Menschen sein, um der hochgeachtetstevon allen zu werden; wollte er dies, dann wäre er nicht mehredel. Er will das Gute nicht thun um einer höher» Belohnungwillen; wollte er dies, so wäre seine Tugend nicht mehr Tugend,sondern Schlauheit und kluger Eigennutz. Er liebt die Tugend,weil sie göttlich ist. Er will vollkommen sein, weil sein Vaterim Himmel vollkommen ist. Er will eins sein mit Gott, weilsein Geist aus Gott ist, und sich zu dem erhabenen Ursprungzurückschnt.
Dies ist die ächte Erhabenheit des Gemüthes, die Jesus vonseinem Nachfolger fordert. Liebe und Wohlthun ist ihr Wesen,und bescheidene Demuth ihr Schleier. Sie trachtet nach dem