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3 (1853)
Seite
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welcher den Staat an seinen gesetzlichen Einkünften verschmälert,nicht ein Betrüger aller seiner Mitbürger? Denn wenn sie alleihre volle Pflicht und Zahlung leisten, stehst du allein zurück,und genießest hinterlistig den Nutze» von ihren Aufopferungen,ohne würdig zu sein, daran Theil zu nehmen, weil du nichtdeinen rechtlichen Antheil dazu beiträgst. Wenn dein Betrugihnen offenbar würde, hätten sie nicht das Recht, dich verächtlichals einen Menschen auszustoßcn, der aus ihre Kosten Wohllebengenießen will?-

Denke nicht: Andere treiben es auch nicht besser. ES sindihrer wohl noch Viele, die in Entrichtung der Abgaben eben sowenig mit ihrem Gewissen zu Rathe gehen. Desto schimpflicherfür dich, daß du in die Zahl derer treten magst, welche du selbstim Grunde deines Herzens verachtest; in die Zahl derer, die ihrGeld höher achten, als ihr unbescholtenes Gemüth. Desto drücken-der wird der Raub, welchen die unredlichen Bürger an den red-lichen verüben. Denn wenn auf solche Art die Einnahmen desVaterlandes verringert worden sind, und damit folglich die öffent-lichen Ausgaben nicht gänzlich bestritten werden können, wirddie Obrigkeit zur Ausschreibung neuer Steuern gezwungen, umdas Fehlende zu ergänzen. Deine Mitbürger müssen also, wegendeiner und Deinesgleichen schimpflicher Unredlichkeit, doppeltenZins und doppelte Last tragen.

Magst du, Selbstsüchtiger, immerhin schadenfroh dazu lächeln,und es für einen Gewinn achten, auf Unkosten deiner Hcrzens-rcinigkeit und Gewissensruhe einiges Geld gewonnen zu haben:aber rühme dich fernerhin nicht deiner Treue und Redlichkeitgegen deine Mitbürger, die du alle betrogen, indem du die Ob-rigkeit hintcrgingst; aber rühme dich nicht deines Christenthums,indem du um wenige Silberlinge den Frieden deines Herzensund deine Pflicht gegen Gott und Menschheit verrathen hast;