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göttliche Wort zur schuldigen Vollziehung unserer Pflichten gegendie über uns stehende Obrigkeit. Denn wo eine Obrigkeit ist,da ist sie durch Gottes Willen.

Nicht also sollen wir als Christen, als redliche Menschen dieGesetze des Landes bloß dann pünktlich erfüllen, wenn wir durchdie Furcht der Strafe und Schande dazu gezwungen sind: son-dern auch, wenn unsere Untreue verborgen bliebe, oder wenig-stens nicht leicht entdeckt werden würde. Nicht bloß, gleich demunedeln Sklaven, sollen wir vor der Zuchtruthe zittern, unsereBürgerpflichten mit gewissenhafter Strenge vollziehen, sondernum des Bewußtseins willen, welches das köstlichste derGüter jedes rechtschaffenen Mannes ist.

Was hülfe es uns auch, im Geheimen den obrigkeitlichen Willenzu umgehen, da der Allwissende unsere Schande steht; da unserGewissen sich nicht vom Eigennutz bestechen läßt, sondern bei jederErinnerung an den Betrug uns mahnen wird: du hast gegenObrigkeit und Vaterland pflichtvergessen und un-redlich gehandelt! Oder ist das Verbrechen gegen die vonGott gegebene Obrigkeit kein Verbrechen gegen Gottes Gebote?Kann ich jemals gegen einen Menschen, auch gegen den gering-sten, sündigen, ohne gegen Gott zn sündigen? Kann ich jemalsgegen einen Andern, oder gegen obrigkeitliche Einrichtungen un-redlich sein, ohne gegen meine eigene Würde, gegen meine eigeneSeelenruhe der Allerunredlichste zu werden?

Ehre Fürst und Gesetz, selbst wenn das, was dugegen ihren Willen thun könntest, verborgen bliebe.Ehre fie in deinen Urthcilen und Meinungen, denn ste sind gött-liche Stiftungen.

Es ist gewisser Menschen böse Neigung, alles das zu tadeln,was von ihrer Obrigkeit hcrrührt; entweder weil sie einzelneBeamte hassen, oder weil ihr Ehrgeiz zu glänzen sucht, als vcr-