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3 (1853)
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Ruhe unter einem ganzen Volk von Betrügern wohnen? Wohersoll der Staat Mittel nehmen, die allgemeinen Angelegenheitenin geziemender Kraft und Würde zu handhaben? Wer darf esdem Fürsten verargen, wenn er, um das Ganze zu retten, strengeMaßregeln gegen Einzelne ergreift, die cs trifft?

Was schon die Vernunft und das einfache Rechtlichkcitsgcfühlgebietet, ist durch sich selbst für deu vernünftigen, für den red-lichen Mann eine heilige Sache. Er schämt sich, auch wo er eS,ohne Aufsehen zu erregen, ohne Strafe zu befürchten, thun könnte,den Staat um die verlangten und gesetzlich angeordnetcn Ein-künfte zu betrügen. Aber noch tiefer wird seine Scham als Christ.

Denn Zesus macht es zur ehrwürdigen Religionspflicht, derObrigkeit die gesetzlichen Abgaben zur Behauptung der öffent-lichen Ordnung zu entrichten. Gebet dem Kaiser, was des Kai»sers ist, und Gott, was Gottes ist! sprach er; und wer sich demGebote des Heilandes entzieht, ist der einer der Seinigen?

Die frommen Acltcrn Jesu entzogen sich den lästigen Ver-ordnungen ihrer Obrigkeit nicht. Als der Kaiser Augustus eineallgemeine Schätzung in allen Ländern ausgeschrieben hatte, zogJoseph aus Nazareth nach der Stadt Bethlehem, auf daß ersich mit Maria, seinem vertrauten Weibe, schätzen ließe. (Luk. 2,1 5.) In der Erfüllung dieser Pflichten auf dieser beschwer-lichen Reise ward Jesus Christus geboren.

So seid nun aus Noth unterthan, sagt Paulus. Nicht alleinum der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen.Derhalbeu müsset ihr auch Schoß geben. Denn sic sind GottesDiener, die solchen Schutz handhaben. So gebet nun Jedermann,was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebührt; Zoll,dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre,dem die Ehre gebührt. (Rom. 13, 5 7.)

Und wie hier, so ermahnt noch öfter, noch dringender das