Druckschrift 
3 (1853)
Seite
325
Einzelbild herunterladen
 

325

heit, Freundschaft und Verfolgung, irdisches Glück und Unglück,nur Mittel zu deinem einzigen, höchsten und letzten Zweck seinsollen. Gewöhne dich an den Gedanken, daß dir nichts von Allem,was du äußerlich besitzest, bleibt; daß dir nur Alles geliehen sei;daß selbst, was du durch deinen Fleiß erworben hast, vergänglichsei; daß selbst deine besten Freunde, Acltern, Brüder, Schwe-stern, Gatte, Kind nur kurze Zeit neben dir zu wandeln haben.Gewöhne dich an de» Gedanken, daß du mit deinem Geiste nurauf einem Besuche in dieser Welt bist, von dem du bald um-kehrcn^mußt; daß du von deinem ewigen Vater nur eine Sen-dung hienieden empfangest hast, um seinen Willen in vielerleiDingen zu vollstrecken, worauf du von ihm wieder zurückgcrusenwirst. Gewöhne dich an den Gedanken, daß nur Gott dein be-ständiger Vater sei; daß alle menschlichen Geister ohne Ausnahmedeine Brüder sind; daß die Hüllen, die sie tragen, ihr Leib,ihr Stand, nur Kleider sind, die sie während ihrer Sendungauf Erden trage» muffen.

Bist du von diesem wahren und großen Gedanken, der überallin Jesu Lehren liegt, innig durchdrungen: so wird deinem Augedie ganze Welt anders erscheinen, als du sie bisher angesehenhast. Du wirst dich schämen, allen Reizungen und Begierden,die aus der Natur deines Körpers entspringen, untcrthan zusein; du wirst dich schämen, die Sendung, welche dir dein Gottin diese Welt gab, unerfüllt zu lassen, um mit dem Staube zuspielen, über welchem du hinwandelst. Du wirst das Wesen überallvom Schein unterscheiden lernen; wirst mit Klarheit erkennen,daß nicht um Felder und Häuser zu bauen, um Ehrenstellen zubekleiden, oder in prächtige Gewänder gewickelt zu werden, duvon Gott in diese Welt geschickt wurdest, sondern um GottesMitarbeiter an der allgemeinen Glückseligkeit des menschlichenGeschlechts zu werden. (1. Kor. 3, 9.) Du wirst es hell ver-