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verdrießlichen Verhältnissen preisgibt. Willst du ganz glücklichsein, so mußt du dich nicht begnügen, nur halb gut zu- sein.

Der Lasterhafte ist der Schöpfer seines eigenen Elendes, seinerKrankheiten, seiner Unruhen, seiner Verzweiflung. Wcr läugnetes? Und so kann auch der Gerechte der Schöpfer seiner unzerstör-baren Zufriedenheit, das heißt, eines Wohlseins werden, welchesmenschliche Gewalt ihm nicht entreißen kann.

Aber der Mensch kann mehr als das. Nicht nur ist er durchseinen tugendhaften Sinn fähig, das unwandelbare Glück seinesGemüthes zu schassen: er ist durch die Weisheit Jesu fähig, seineäußern Schicksale zu verbessern, und selbst wenn diese noch sotraurig wären, über sie zu trinmphiren. Dies ist das Höchste,was der Mensch hienicden leisten kann. So glänzt er in gleich-sam göttlicher Vollendung, und steht höher, als alle irdischenEreignisse. Stürme mögen wüthen; aber er schwebt groß überden Stürmen. Sic erreichen ihn nicht.

Wie kann er dies? Nicht durch gewöhnliche Klugheit,nicht durch eine aus mannigfaltigen Erfahrungen erbeutete Vor-sichtigkeit: sondern durch die Religion; durchdrungen von denWahrheiten derselben, muß er nur in ihnen athmen. Was Jesuslehrte, muß er denken; was Jesus war, muß er sein. Er muß,als nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen, gleichsam ein Theilder Gottheit, nur in Gott, für Gott leben. So wird er derSchöpfer eines höhcrn Schicksals, das ihn weit über jedes irdischeEreigniß erhebt.

Um dies göttlich - große Ziel zu erreichen, gewöhne dich auden Gedanken, daß du auf Erden für nichts leben sollst, als fürdeinen Geist; daß dir hieniedcn nichts gehört, als dein unsterb-licher Geist; daß du nichts zu vollenden hast, als deinen Geist,und daß alles klebrige, Stand und Würden, Vermögen und Ge-lehrsamkeit, Schönheit und Geschicklichkeit, Gesundheit und Krank-