Druckschrift 
3 (1853)
Seite
317
Einzelbild herunterladen
 

317

Richter, geben wird; nicht mir allein, sondern Allen, die seineErscheinung lieb haben." (2. Tim. 4, 7. 8.)

31 .

Der Mensch ei» Schöpfer seines Schicksals

1. Kor. 3,89.

Wie Manchem ward das Glück,

Das Gott mir gab, entzogen,

Wie Mancher von der Lust,

Der Sinnlichkeit betrogen!

Weil, nngcwarnt, sein FußNicht jede Schlange mied,

Die unter Blumen lauscht,

Und sticht, eh' er sie sicht!

Was gut und edel ist;

Was meinen Brüdern nützet;

WaS auf der LebensbahnUns vor dem Fall beschützet;

Was Mnth im Leiden gibt,

Vor guten Menschen ehrt:

DaS liegt in meiner Kraft,

Ist meines StrebenS werth.

Wenn nicht Jeder bei sich überzeugt wäre, er könne durch eigeneKlugheit sein Glück gründen, würde Niemand dahin arbeiten,sein Loos auf Erden zu verbessern, sondern Alles in voller Ge-lassenheit von der Gunst des Himmels erwarten. Aber ohne Ar-beit kein Lohn, ohne Mühe kein Gewinn, ohne Vorsicht nurGefahr.

Die Weisheit Gottes wollte nicht, daß der Mensch in todterUnbehilflichkeit lebe. Darum gab sic ihm einen freien Willen,