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3 (1853)
Seite
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und dessen Freuden. Das Höhere im Menschen, der Geist, flohgleichsam Gott und verlor sich im Irdischen. Da erschien Jesus,führte die Seelen zur Gottheit zurück, cntsiindigte uns durchsein Wort und seinen Tod, und versöhnte uns mit unscrm wahrenHeil, mit Gott.

Dies große Werk zu vollbringen, war die erhabene Aufgabeseines Daseins. Aber die Welt selbst und alle äußern Verhält-nisse schienen sich gegen ihn zu empören, und sein heiliges Unter-nehmen zu hindern. Sein ganzes Leben war ein fortwährenderKampf seiner Grundsätze und Absichten gegen die furchtbarstenSchicksale. Er aber bestand den Kampf und ging zuletzt siegreichaus demselben hervor. Er, dessen lange Niemand achtete, zogzuletzt die Augen der ganzen Welt auf sich; ihm, dem oft fehlte,wohin er sein Haupt legen konnte, weihten alle Welttheile ihreTempel; vor ihm, den einst der Niedrigste im Pöbel verspottenmochte, beugten endlich die Könige der Erde ihre Knie!

Jeder Mensch hat seine Schicksale, aber nicht seder hat denMuth, ihnen entgegen zu streben, sondern läßt sich von demSpiele der Umstände umhertrciben, wie eine Feder in dem Wirbeldes Windes. Ein solcher Mensch ist ohne Kraft, weil er vergißt,daß ihn eine höhere Kraft bewohnt, durch die er selbst das Schick-sal, das heißt, die Verkettung der Begebenheiten und Zufälle,besiegen könne. Er ist gleichsam nur ein willenloser, schwacherStaub, dem die Seele fehlt, oder dessen Seele von dem Stauberegiert und gelähmt wird, der sie umfängt.

Nur darin erkenne ich das Dasein eines selbstständigen, thä-tigcn Geistes, daß er sich im Mensche» ausspricht, und seineGrundsätze, seinen Willen äußert. Darin erkenne ich, daß dieserGeist frei sei, wenn er nur seinen eigenen Willen thut, nurseinen Gesetzen folgt, nämlich den Gesetzen der Vernunft, derWahrheit, der Tugend, welches die Gesetze der Gottheit sind,