307
Dem Kommenden zu Ehren.
Die Berge wurden nicht erregt,
In ihren Gründen nicht bewegt,
Du kamst nicht, zu zerstören.
Dich kündigte kein Sturmwind an,
Kein fließend Feuer ging voran,
Kein Donner hallte und kein BlitzFlammt' durch die Himmel, Dechen Sitz.Du kamst zur Welt,
Zur Rettung der gefall'ncn Welt,
Still, wie der Thau der Nächte fällt.
Nähmet immerhin, Staubgcbornc! die unvergänglichen Werkeeurer Künstler, und vergöttert ihren schöpferischen Sinn, mitwelchem fie gleichsam den todten Marmor zu belegen und eineblühende Welt auf dem farbigen Tuche hcrvorzurufen verstanden.Was find ihre Meisterwerke? Todte Nachbildungen des lebendi-gen Schönen in der Schöpfung; äußere Umrisse und wesenloseFormen des Regen und Seelcnvollen in der unendlichen Natur;kleine Gestaltungen, die doch niemals die Vollkommenheit desWirklichen erreichen.
Verherrlichet immerhin, Staubgcbornc! eure Helden und Er-oberer; bewundert die Kühnheit und das Glück ihrer Unterneh-mungen, ihre Entschlossenheit in der Noth, ihre Kaltblütigkeitin der Gefahr, den Glanz ihrer Beute, ihrer Siege.
Erhebet immerhin, Staubgcbornc! die hohe Weisheit eurerWeisen, und wie sic mit ihrer Arbeit die Felder der Wissenschaftblühend machten, die Summe der Entdeckungen und Erfindungenvergrößerten, den Wohlstand von Städten und Völkerschaftenglänzender machten. Wie beschränkt war ihr edler Wirkungskreis,wie gering zuletzt und unscheinbar die Summe alles Guten, wasfie leisteten! Weisere standen jederzeit gegen die Weisen auf,und zerstörten, was jene für alle Weltalter erbaut zu haben