Druckschrift 
3 (1853)
Seite
304
Einzelbild herunterladen
 

304

2st vir am Segen Gottes für deine Unternehmungen gelegen,so beginne keine Unternehmung, ohne den besten und reinstenWillen, Gutes und Nützliches zu bewirke». Erwarte von demallliebenden Vater keinen Beifall, und von seiner Weltordnungkeinen Beistand, wenn dn voll Haffes gegen Mitmenschen aufRache sinnst. Uiid wenn dir die Sache gelingt, erwarte nicht,dast fie deiner eigenen Glückseligkeit vortheilhaft sei. Du hastAndern geschadet, dir selbst aber am meisten. Forderst du denSegen Gottes, so fordere ihn nicht für schwarze Absichten.

Doch auch der beste und reinste Wille ist bei unfern Hand-lungen noch nicht hinreichend, uns den vollen Beifall Gottesfür dieselben und ihr Gelingen zu versichern. Wir müssen auchdarauf denken, daß dieser unser gutgemeinter Wille übercin-stimme mit den Verhältnissen und Umständen, welche uns um-geben. Auch fie sind Gottes Werk und Gottes Wille. Darumverlieh uns der himmlische Vater Verstand, daß wir, che wireine Unternehmung anfangcn, uns gehörig von den Umständenunterrichten können, in welchen wir etwas auszuführen gedenken;daß wir sic hinlänglich prüfen, und berechnen, welchen Beistandoder welche Hindernisse sic uns versprechen. Wer allen Verhält-nissen und Umständen zum Troß handelt, rennt wie ein Rasen-der gegen die eisernen Schranken, die ihn umringen; wer bei allerGüte seines Willens leichtsinnig und unbedachtsam handelt, hatsich's selbst zuzuschreiben, wenn das, was er thut, mehr Schadenals Vorthcil bringt. Denn er versäumte den Willen Gottes zubeobachten, der sich in den gegenwärtigen Verhältnissen des Lebensdeutlich ausspricht. Er gleicht dem Unklugen, der, um sich zuwaschen, in den verschlingenden Wirbel eines Stromes springt,und für dasjenige auf Gottes Beistand hofft, was durch Unklug-heit Böses daraus entstehen möge.

Erst wenn du von der Güte deines Willens volle Uebcrzcn-