Druckschrift 
3 (1853)
Seite
302
Einzelbild herunterladen
 

- 302 -

wird, ist Gottes Sach? Du aus dir vermagst nichts; auf seinemSegen beruht Alles.

Was ist denn der Segen Gottes, von welchem wirunsere Thaten begleitet zu sehen wünschen? Ist csdas Gelingen unserer Abfichten? O nein, wen» unsere Absich-ten immer gelängen, fie würden oft großer Unsegen für andereMenschen, wie für uns selbst sein. Besteht der Segen Gottes inErfüllung unserer Wünsche? Gewiß nicht; denn wie thörichtfind oft die Wünsche kurzsichtiger Menschen, und wie oft dankenwir dem Himmel noch spät nachher, wenn wir wahrnchmen, daßgerade die Erfüllung unserer ehemaligen Wünsche unser größtesVerderben gewesen sein würde!

Der Segen Gottes, welcher unsere Thaten und Arbeiten be-gleitet, besteht in den heilsamen Wirkungen, welche unser Be-mühen sowohl für die Glückseligkeit unserer Mitmenschen, alsauch für die Zufriedenheit unseres eigenen Geistes hat. So er-kennt der Weise den Eotteösegcn nicht nur in der Erfüllung,sondern auch im Fchlschlagen der Wünsche, die er hatte. Erehrt die Vorsehung, welche nicht das gelingen läßt, was auchbeim besten Willen des kurzsichtigen Menschen, Gutes zu thun,dem großen Ganzen zum Verderben gereicht haben würde. Wersich über vereitelte Wünsche viel betrübt, meistert der nicht dieThaten der Vorsehung? Wer aus seinen Handlungen nicht auchdie Folgen hcrvorgchen sah, die er selbst im Sinne hatte, unddarüber ungehalten wird: steht er nicht da, als ein Tadler derheiligenden und weltbeseligenden Regierung des Höchsten?

Absicht und Wille find dein; die That und ihre Folgen findGottes! Baue daher Alles auf die Güte deines Willens,Nichts auf die Wirkungen deiner Kraft; Alles auf die Weisheitdes Höchsten, Nichts ans die Vortrefflichkcit deiner Einsichten undEntwürfe. Die Plane, welche dir zerrissen, die Hoffnungen,