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die gleich den Galatern oft abtrünnig wurden, mußten sic denGlauben an Jcsum vorzüglich cinschärfen und lebendig machen;aber dennoch versäumten sie auch nie, den andern Hauptthcil derchristlichen Religion eben so nachdrücklich zu predigen. Wenn sicim ersten Theile ihrer Briefe die Glaubenslehren erklärt hatten,dann drangen sic am Schluffe ihres Schreibens auch ganz vor-züglich auf die That, auf die Werke der Gottseligkeit. Sienannten, sie schilderten muthig die Reihe der damals im Schwangegehenden Laster, und stellten denselben die christlichen- Tugendenentgegen. Sie ermahnten zum Glauben und zur Liebe Gottes,aber sic erklärten feierlich: Das ist die Liebe zu Gott, daß wirseine Gebote halten. (1. Joh. 5, 3.)
Darin also offenbart sich die wahre Nachfolge Zesu, daß wir,als von Gott geboren, die Welt, das heißt, unsere irdischenschlechten Neigungen, überwinden, und mit Liebe und Freund-schaft gegen die Menschen handeln, wie Jesus Jeden von unsgcliebct hat, und noch liebet. — Denn so Jemand spricht, ich liebeGott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner, (t. Joh. 4, 20.)
Wenn wir unsere Pflichten als Bürger, als Hausväter undHausmütter, als Gatten oder Kinder erfüllen sollen: so kostetes nicht selten einen schweren Kampf mit uns selbst, besonderswenn unsere Eigenliebe ins Spiel tritt. In diesem Kampfe ist's,wo wir überwinden und unser Christenthum offenbaren sollen!
Mancher spricht: Ich thue, was ich kann, aber mehr kannNiemand von mir begehren. Ich gebe von meinem Ucbcrfluffeden Armen, aber ich kann mir und den Meinigen doch auch nichtalle Freuden und Bequemlichkeiten entziehen. Wohl denn, aberwenn du dir einen Thcil deiner Bequemlichkeiten in diesen Tagenallgemeiner Noth entzögest, und könntest damit eine arme Familieaufrecht erhalten und vor dem Bettelstab bewahren: sagt dirnicht dein Gewissen, du hättest ein ächt christliches Werk gethan?