Druckschrift 
3 (1853)
Seite
288
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Christ hat durch Jesum Muth in allen Fällen des-Lebens undFreudigkeit im Tode. Nur sein Glaube-erhebt ihn über jedesUngemach, und gewährt ihm jene erhabene Zuversicht, welcheauch dem Weisesten der Heiden fehlte. Nur durch dieses frommenGlaubens Licht erheitern sich die Nächte seiner Schicksale, ver-klärt sich ihm das ganze Weltall, lösen sich die Räthsel diesesErdentraums, und erscheint ihm eine liebende, Alles umfassende,für Alles sorgende, Alles mit Weisheit leitende, Alles beseligendeGottheit, zu welcher wir in himmlischer Kindschaft rufen könnenAbba, lieber Vater im Himmel! Nur durch Jesu Wort undBlut ist ihm die theure Bürgschaft von der Ewigkeit seines Heils,von der Gnade des Allbarmherzigen, und den Freuden einerbessern Welt nach den Tagen dieses Staubes, zu Theil gewor-den. Nur durch den Glauben seiner Religion ist er gegen denSturm der Welt stark, und gegen die Empörung seiner Leiden-schaften allezeit gewaffnet. Die alleredelsten und frömmstenGrundsätze und Entschlüsse haben keinen festen Grund und könnenleicht zerrüttet werden denn wie mächtig ist der Reiz der Ver-führung und des Beispiels, wie schwach oft die Vernunft, wennsie nicht auf religiöser Ucberzeugung beruht!

So wenig aber die That ohne den Glauben an Jesu Offen-barungen uns vollkommen zu beseligen im Stande ist, eben sofruchtlos ist der Glaube an Jesum ohne die That.

Wahrlich, und es finden sich noch heutiges Tages, wie zurZeit unsers Erlösers, weit mehr Menschen, die da hoffen, seligzu werden durch das bloße Glauben, durch das bloße Herr-Herr-Sagcn, durch die Beobachtung äußerer gottesdienstlicher Ucbun-gen, durch Verrichtung von Gebeten und durch Spielen mitreligiösen Gefühlen, als sich Menschen finden, die Christi Lehrendes Heils in tugendhaften Thatcn und Gedanken ausübcn, ohnean ihn zu glauben.