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Der Streit der Pflichten.
Matth. 22, 37 — 40.
Wenn ich in meinen Pflichten wanke,
Und irre bin in ihrer Wahl,
Dann, Gott, dann sei Dn mein Gedanke,
Und sende mir des Geistes Strahl,
Dann werde ich so leicht nicht irren,
Erkennen bald die größ're Pflicht;
Kein Eigennutz wird mich verwirren,
Der gern das schwache Herz besticht.
Os gibt nur ein Christenthum, auch wenn es in der christlichenKirche mehrere Meinungen, mehrere Parteien und Sekten inGlaubenssachen gibt.
Es gibt nur ein Christenthum, und wer ein Genosse desselbenist, muß, um wahrer Christ zu sein, beide Haupttheile der Reli-gion zu seinem Eigcnthum machen können, den Glauben unddie That.
Die That ohne den Glauben kann den Menschen eben sowenig beseligen, als der Glaube ohne That.
Wer alle seine Pflichten mit strenger Gewissenhaftigkeit voll-bringt; wer keinem seiner Brüder schadet; wer jedem, der mitihm in Verbindung steht, angenehm, wohlthätig und nützlich ist;wer sich sogar für das allgemeine Wohl großmüthig aufopfcrt —und er hat den Glauben nicht, ist zu beklagen; denn er istein Unglückseliger, der auf Erden, von Zweifeln aller Art ge-foltert, mit ungewissen Blicken in die Zukunft hinausstarrt. Nurder glaubende Christ hat einen ewigen, stillen Trost in seinerBrust, den Trost göttlicher Offenbarung. Nur der glaubende