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Unfälle rauben können, und für dessen bleibenden Besitz du keineneinzigen Tag vollkommen sicher List.
Entzückt dich vielleicht die Hoffnung großen Rcichthums undGewinns? — Was würden dir die Haufen Goldes frommen,wenn du deines Vermögens willen Neid und Verfolgung littest?was die seidenen Polstcrkissen, wenn du als Kranker auf ihnenschmachtetest? was aller Glanz und alle Pracht, wenn du durchdes Todes Hauch deine geliebtcstcn Freunde cinbüßtcst? Könntedich dein Gut trösten? Würde dir dein Reichthum die vielleichtschon nahe Sterbestunde versüßen oder erschweren?
Entzückt dich vielleicht die Hoffnung größerer Ehren? —Warum blickst du nach der glänzenden Außenseite? Wärst duauch in der That höherer Ehren würdiger, als ein Anderer:wolltest du den Verdienstvollen wohl zurückdrängcn? — Hängtsich nicht der Haß der Bösen am liebsten an jene, die vor derWelt eine Auszeichnung genießen? Ist nicht der Schatten daam schwärzesten, wo das hellste Licht hinfällt? — Sind Verdrußund Sorgen nicht mit den höhcrn Würden häufiger verbunden,warum treten denn, des Geräusches müde, erhabene Männer oftso gern in die bencidcnswürdige Ruhe des Mittelstandes zurück?Warum haben denn so manche Fürsten ihre Kronen freiwilligniedergelegt, um in der unbemerkten Einsamkeit sich selber lebenzu können?
Trenne den Schein vom Wesen, und halte nur das-jenige für das höchste Gut, was eben nicht schimmert, aberdir zu deiner Glückseligkeit desto mehr leistet; was im Standeist, dir im Neichthum oder in Armnth, in hoher Würde oder inNiedrigkeit, in der Fülle deiner Gesundheit oder auf dem Kran-kenbette, in den Jugcndtagcn, oder unter den Gebrechlichkeitendes Alters, immerwährende Lust, tiefe, innige Ruhe und Selbst-zufriedenheit, Achtung und Ehrfurcht vor guten und schlechten,