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derer dir selbst heimlich gewünscht, und dich bedauert, daß dues nicht so gut haben konntest, wie sie?

Ach, lieber Unzufriedener, du urtheiltest nach dem Schein,und hieltest ihn für das Wesen I Diejenigen, welche du in derStille deines Herzens beneidet hast, waren vielleicht unglücklicherals du; unter Gold und Seide wohnt oft großer Gram undVerdruß. Du sprichst freilich: welche Ursachen hätten auch dieseLeute, unzufrieden zu sein? Wenn sie unglücklich sind, so sindsic cs durch ihre Thorhcit. Wohlan denn, wenn cs dir anGlück und Zufriedenheit fehlt, ist daran nicht auch deine eigeneThorhcit schuld? Auch du hast ja Vorzüge und Glücksgüter, dievielen Andern fehlen, und um die dich die Aermeru und Gerin-gem beneiden. Hätte ich nur, so sprechen gewiß auch Anderevon dir- hätte ich nur, was er hat, wie glücklich könnte ich sein!

Mit wunderbarer Weisheit gab Gott jedem Stande, jedemAlter, jedem einzelnen Tage seine besondere Lust, seine besondereNoth. Darum beneide Niemanden, denn der Schein betrügt dich,und Niemand ist dir Bürge, daß du unter andern Umständennicht noch empfindlicher in mancherlei Schmerzen und Uebcln seinwürdest.

Trenne den Schein vom Wesen, wenn du nach irgendetwas mit Begierde verlangst, was du für das höchste Gut desLebens hältst. Hüte dich, dasjenige für das vollkommenste Gutzu halten, was deiner Einbildung angenehm schmeichelt, solangedu cs nicht hast, und was dir gleichgültig werden kann, wenndu im Besitz desselben bist. Hüte dich, dasjenige für deinhöchstes Glück zu halten, was zwar an sich glänzend scheint,aber doch nicht im Stande wäre, dir jede Stunde deines Lebenszur frohen Stunde zu machen. Hüte dich, dasjenige für daswünschenswertheste Gut zu halten, woran du mit dem spätestenAlter alle Freude verlörest, oder was dir Menschenhände, Kriegs-