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mögen, auf die Würde des Mannes, sondern auf seine Verdienste,auf seine vorzüglichen Eigenschaften. Verdamme Niemanden umdes Scheins willen, che du die Ursachen genau kennst, warumder, den du tadeln willst, so und nicht anders gehandelt hat.Last dich nicht durch Worte zu vertraulicher Freundschaft mit Je-mandem verführen, dessen Herz du nicht kennst, und dessen Ab-sichten dir fremd sind. — Halte nicht Mastregeln deiner Obrigkeitfür ungerecht, so lange du ihre Zwecke zu prüfen nicht Gelegen-heit hattest.
Indem du so im Umgänge mit den Menschen überall dasWahre aufsuchst, und den Schleier der Täuschung zu zerreißensuchst, wird dein Gcmüth selbst wahrhaft werden, so wie Gottwahrhaftig ist. Du wirst mit Offenheit und Ehrlichkeit sprechenund thun, doch nicht ohne Vorsichtigkeit wegen derer, die deineOffenheit mißbrauchen könnten. Es wird dich anekeln, vor denLeuten zu scheinen, mehr als du bist, oder anders und besser alsdu bist. Es wird dir ein Gräuel sein, Andere mit dir zu täu-schen; sondern du wirst nur gelten wollen vor Gott, der in dasVerborgene sicht. (Matth. 6, 18.)
Trenne den Schein vom Wesen! Diese Worte sinddas Schild deiner Glückseligkeit, wenn du sie recht verstehst undihren Sinn recht erfüllst; und um sie recht zu verstehen, gehe indich selbst zurück, und denke an die Tage, da du dich für unglück-lich hieltest, folglich mit deinem Zustande nicht zufrieden warst.—Woher entstand wohl grösttentheils deine Unzufriedenheit? Wares nicht oft, weil du meintest, du würdest glücklicher sein können,Wenn du in einer andern Lage wärest, wie dieser oder jenerdeiner Bekannten? Oder wenn du mehr Vermögen hättest? Oderwenn du nicht vor der Zukunft in Sorgen sein müßtest? Oderwenn du dir noch diese oder jene Ergötzungen verschaffen könntest? —Hast du nicht oft das Glück, das Vermögen, die Verhältnisse An-