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3 (1853)
Seite
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Diese Regel ist die Säule des wahren Christcnthums. Dennwas ist Christenthum anders, als die allein wahre, ächte Gottes-wcishcit für den Menschen? Nur in Erfüllung dieser Regelbekommt der Mensch eine hohe Kraft und innere Größe. Ererhebt sich über den Schein und Trug, und ficht den Jrrthumvon Tausenden. Er gewinnt eine Selbstständigkeit, dieihm nichts Anderes geben kann. Er weiß, was irdisches Glückund irdisches Unglück sei, und beides kann ihn nicht ans seinerGemüthsruhc verdrängen. Er hängt von keinem Zufall ab; denner hängt nur an dem, was ewig wahr, ewig gut, ewig beseli-gend ist er hängt an Gott und der ewigen großen Bestimmungseiner Seele. Er bekommt dadurch jene Religiosität, die denNachfolger Jesu bezeichnet. Er genießt die Annehmlichkeiten desLebens, ohne sie für mehr als eine vorübergehende Erquickungseines Körpers zu halten. Er leidet jedes unverschuldete Unglückals Vollziehung der Rathschlüsse einer göttlichen Vorsehung zuseinem Heil.

Er lebt, wie Christus, nur um wohlzuthun Andern; nichtum sich zu erheben über Staub und Tand, oder Würden undRcichthum zu sammeln, die er nach wenigen Zähren wieder andie Welt zurückgebcn muß. Was der unendliche Gott dem un-ermeßlichen Weltall ist, das ist er dem Menschen in seinem kleinenWirkungskreise hienicdcn. Das heißt in Gott leben, das ist daswahre Christcnthum.

Trenne den Schein vom Wesen in der Bcurthcilungdeiner Mitmenschen. Entziehe zwar nicht den verschiedenen Ständendenjenigen Zoll von Hochachtung, welcher in der bürgerlichen Ge-sellschaft cingcführt und üblich ist; aber bringe der Tugend deineBewunderung und Liebe, wo du sie findest, gleichviel, im Palastoder in der Hütte des Armen. Sieh nicht auf das Kleid, aufdie Geburt, auf die Herkunft, auf den Stand, auf das Ver-