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gmigen nicht allzuhäufig wiederkehren, nnd dadurch herrschendeGewohnheiten werden.
Gemüthsbewegungen werden sündlich, sobalv siebei jedem, auch dem geringsten Anlasse laut werden, herr-schende Gewohnheiten sind, auch folglich den Willen leiten,die Vernunft und das Gewissen unterjochen. Bei jedem kleinenFehler des Nächsten in Zorn gerathen und Acrgcrlichkeit äußern;über geringfügige Dinge sogleich in Schrecken und Furcht kom-men; Alles, so unbedeutend cs auch sei, mit hastigem Ungestümund Begeisterung ergreifen; oder immer lustig scherzen, auchbei den ernsthaftesten Geschäften Spaß und Muthwillen treiben,und in den offenbarsten Gefahren leichtsinnig gaukeln: bezeugtSchwäche des Gemüths, Schwäche des Verstandes. So herrschendgewordene Gemüthsbewegungen lähmen jede Stärke zur Tugend,und sind fortgesetzte Unbesonnenheiten. Hier ist Kampf des Geistesnöthig zur Wiedererstattung der Herrschaft über das Gcmiith.Alles hat seine Zeit, Lachen und Weinen.
Jeder prüfe sich nun selbst. Zu große Lebhaftigkeit der Empfin-dungen, wie Gefühllosigkeit, sind gleich »achtstellig. Beide Fehlerentspringen oft aus körperlichen Zuständen. Aber dem starkenWillen des Geistes ist cs möglich, selbst das Temperament zuverbessern. Wer zur Traurigkeit und Schwermuth geneigt ist,bemühe sich um Zerstreuungen; wer zum Zorn und Verdruß ge-neigt ist, strebe nach Kaltblütigkeit und ruhiger Ansicht der Dinge,und der erste Schritt dazu ist, wenn er so viel über sich gewinnt,niemals in der ersten Aufwallung seines Gefühls zu reden nnd zuhandeln; wer sich oft in fröhlichen Gesellschaften zu sehr vergißt,und seine Heiterkeit in ausgelassenes, unbesonnenes Wesen aus-schweifen läßt, gehe nie zu solchen Gelegenheiten ohne den festenVorsatz, von allen Anwesende^ der Nüchternste und Gelassenstezu bleiben. Wer bei sich empfindet, daß er gegen fremde Noch