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ungesellig und mürrisch, in übermäßiger Strenge und Enthalt-samkeit sich die Welt Gottes zum Kerker, das Leben zur Foltermache.
Gemüthsbewegungen find dann erst sündlich, wenn sie sichmit unerlaubten Begierden vereinigen und diesel-ben stärken. Sie sind an sich selber zwar weder gut nochböse, aber sie werden es, je nachdem sie in den Dienst des Rechtsoder Unrechts treten. Die boshafte Schadenfreude ist nicht dieFreude des Redlichen. Der Zorn der Rachsucht, die Erbitterunggekränkter Eitelkeit, das Feuer der Eifersucht ist nicht der heiligeZorn des Christen gegen Ungerechtigkeit, nicht der edle Eiferwider Sittenlofigkeit, nicht der empörte Unwille gegen Scham-losigkeit der Frevler. Die Sucht zu alltäglicher Schwelgerei undZerstreuung, die Unmäßigkeit des Trunkenbolds, die Begierdezur Löschung wilder Triebe der Ueppigkeit, die Lust an Ueber-schrcitung alles Wohlanständigen, ist nicht die harmlose Lust desEdeln an muntern Scherzen, an vergnügenden unschädlichen Er-götzungen, an Erheiterungen jeder Art,.denen keine Reue folgt.
So lange wir also, anch bei aller Heftigkeit unserer Ge-müthsbewegungen, eigentlich nichts Böses wollen, oder keinWohlgefallen an dem finden, was schlecht und unedel ist: habenwir uns weder unsere Lustigkeit noch unfern Verdruß, wederunfern Unwillen und Kummer, noch unsere lebhafte Begeisterungoder unser Entzücken als Sünde anzurechncn, besonders wennwir uns unserm Zorn und Schmerz, unserer Fröhlichkeit unddem Genüsse sinnlich angenehmer Gegenstände, zu denen wir einRecht haben, nicht maßlos überlassen.
Aber Sünde wird jede Bewegung des Gemüthes, wenn sieden Verstand verfinstert, wenn sie so heftig wird,daß sie unfähig macht, mit gehöriger Besonnenheitzu handeln. Furcht und Angst vor Unglück sind keine SündenHI. 9«