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3 (1853)
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Mensch ein Fresser und ein Weinsäufer, Gesellschafter von Zöll-nern und Sündern! (Matth. 11, 18. 19.)

So ist denn offenbar, daß weder das Erzürnen, noch dasBekümmern, weder die Lustigkeit noch die Traurigkeit, wederLas Wohlgefallen an sinnlichen Genüssen, noch die Ungeduld,noch die Sehnsucht, noch irgend eine von allen andern Gemüths-bcwegungen an sich strafbar sind; daß ich irre, wenn ich es mirvorwerfe, sie nicht unterdrücken und tödten zu können; daß ichdies sogar nicht verlangen soll, weil es etwas Unnatürliches undam Ende sogar Unmögliches wäre; daß diejenigen zu weit gehen,welche fordern, der Mensch müsse beständig kalten Blutes blei-ben, uüd dem Leibe so wenig Ehre anthnn als möglich.

Aber Alles hat sein Maß! Wann hören unsere Ge-müthsbewcgungen auf, unschuldig zu sein? Wie langesind sie nicht nur unschuldig, sondern sogar löblich?

Sic sind löblich, so lange sie unsere Begierden zudem, was recht und gut ist, unterstützen und erheben.Ohne Lebhaftigkeit der Gefühle kann kaum etwas Gutes mit ge-hörigem Nachdruck ausgcführt werden. Ja, auch Christus geriethin Zorn, aber nicht aus Neid und Scheelsucht, nicht aus Nothoder Habsucht, nicht für seinen Eigennutz, sondern für die SacheGottes. Ihn empörte die Falschheit der Menschen, die Nieder-trächtigkeit, ihre Heuchelei. Ihn erzürnte ihre Unchrerbietigkeitgegen Gott. Darum trieb er die Geldwechsler und Opfervcr-käufer aus dem Tempel; darum schalt er die scheinheilige Groß-thuerei der Pharisäer. Wer das Gute will, kann es nicht ohneeine gewisse Begeisterung vollstrccken. Es muß eine Erhöhungaller unserer Gefühle eintrctcn, um uns gegen Hindernisse zustärken, und Gefahren verächtlich zu machen. Die Gefühle sindgleichsam der Wind in das Segel unscrS Willens. Wer beiSchandthate», deren Zeuge er sein muß, kaltblütig sein kann;