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können? Und doch bereuete er fie nicht. Daß er mit Zorn ge-handelt habe, ist nicht zu läugnen. Mehrmals gerieth er inEifer. Za, es wird ausdrücklich in der heiligen Schrift gesagt,wie er einst, da die Pharisäer ihm zum Verbrechen machen woll-ten, wenn er am Sabbath Menschen heilen würde, da sich seinesUnwillens nicht erwehrte: er sah sic umher an mit Zorn.(Marci 3, 5.)
Zu andern Zeiten war er der tiefsten Betrübniß hingegcbcn.Za, wir wissen, daß er in jener bangen Nacht am Oclbcrgebetrübt war bis in den Tod, und so sehr von Angst und Furchtund Kummer überwältigt, daß sein Schweiß wie Blutstropfenward, die auf die Erde fielen. (Luk. 22, 44.) Er war Thcil-nehmer an geselligen Freuden und fröhlich mit den Fröhlichen.Da cs an der Hochzeit zu Kana an Wein gebrach, die Gesell-schaft zu beleben, war er cs, der es seiner nicht unwürdig achtete,mit wunderbarer Kraft das Mangelnde zu schaffen. Er ver-schmähte keineswegs die angenehmen Genüsse der Sinnlichkeit,und ließ sich gefallen, daß sein Haupt mit wohlriechenden, köst-lichen Oclen, nach der Weise dcö Morgenlandes, gesalbt wurde.Er wußte sehr gut, daß eS damals, wie heute, mürrische Eiferergab, die da meinten, um ein heiliges Leben zu führen, müsseman arm und strenge leben, nur mit schlechter Nahrung und ge-ringer Kleidung vorlicb nehmen, und sich mit den härtesten Ent-sagungen quälen. Dennoch that er es nicht. Er ging wohlöfters zu den reichen und verhaßten römischen Zollpächtcrn zuTisch, und verachtete den Tadel derer, denen Alles unrecht ist,man mache cs, wie man wolle. Johannes ist gekommen, spracher, und führte das allerenthaltsamstc Leben, aß nicht und tranknicht. Da sagten fie: Er hat den Teufel. Nun ist des MenschenSohn gekommen, ißt und trinkt. Siehe, sagen sie, wie ist der