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Anstrengung ihrer Kräfte schwer zu verrichten wird. Oft genügtnur ein bloßes Beifallgcben, ein einziges aufmuntcrndcS Wort,um das Nützliche vollzogen zu sehen. — Warum sprach er dasWort nicht aus? — Ach, weil ihm die Sache am Ende sehr gleich-gültig war, und er sich nur nicht die Mühe geben wollte, ihrenWerth zu bedenken; oder weil seine Bequemlichkeit sich mit derGegenfrage entschuldigte: warum soll ich mich in Alles mischen,was mich nicht unmittelbar angeht? Oder weil die Rede vonDingen war, die nur fremde Personen, eine fremde Stadt, einfremdes Dorf und deren Nutzen betrafen.
Doppelt schwere Verantwortlichkeit haftet auf dessen Seele,der das Gute unterläßt, nicht nur wo ihn die Gelegenheit dazuauffordert, sondern wo ihm selbst seine angebornen Neigungenund die Mittel eS leicht machten, welche in seiner Gewalt stan-den. Hier ist die höhere Pflichtvcrgcsscnheit offenbar die Wirkungeines schon in ihm mächtig gewordenen entgegengesetzten Lasters,es heiße dasselbe nun Eigennutz, Selbstsucht, Neid, Stolz oderschlaffe Trägheit, Leichtsinn, Unachtsamkeit.
Du liebst die, die dich lieben, die dir schmeicheln; du thustdenen wohl, von denen du Gefälligkeiten erwarten kannst — wasist dies nun mehr? Dies thun auch die Heiden, so thun auchdie Thicre. Jesus Christus nannte dir erhabenere Pflichten —entziehst du dich ihnen: o so glaube nicht an einen wirklich vor-handenen Werth deines Herzens. — Du begehst keine Verbrechen;betrügst, verleumdest, übcrvortheilst, verfolgst deine Ncbcnmcnschcnnicht — aber was hast du damit mehr gethan? Alles dies thutauch der todte Stein nicht, den du mit Füßen trittst.
Wie arm stehst du da, Sterblicher, wenn deine unsterblicheSeele, ausgerüstet mit großen Anlagen für ein ewiges, besseresDasein, ausgerüstet mit Erkenntniß des Wahren und Falschen,ausgerüstet mit einem kräftigen Willen, sich einst keiner andern