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Sprich doch nicht: hätte ich die'Gewalt großer Fürsten, ichwürde der ganzen Welt den lang entbehrten Frieden geben, Wohl-sein, Liebe, Eintracht unter allen Völkern Herstellen! Warumvollbringst du denn das löbliche Werk nicht in deinen eigenenVerhältnissen? Warum stiftest du denn keinen Frieden mit dei-nen eigenen Feinden? Warum weigerst du dich denn so stolz,dem die Hand der Versöhnung zu bieten, der dich beleidigt hat?Warum meidest du denn nicht die Versuchung zu schadenfrohenSpötteleien über fremde Gebrechen, und erzeugst damit Erbitte-rung? Warum bist du denn schwach genug, wenn du Böses vondeinen Nebenmenschen reden hörst, zu schweigen; oder schwachgenug, wenn Entzweiung unter deinen Bekannten ist, statt dieMißverständnisse zu heben, .sie zu dulden mit Gleichgültigkeit;statt die Erzürnten zur gegenseitigen Nachgiebigkeit und Ver-zeihung geneigt zu machen, sie wohl gar durch Bestimmung inihren harten Urthcilcn zu verhärten, oder durch Zwischenträge-reien die Feindschaft zu vergrößern?
Sprich doch nicht; hätte ich diesen oder jenen Beruf gewählt,bekleidete ich dieses oder jenes Amt, wie thätig, wie unermüdet,wie nützlich wollte ich sein; aber in meinem Berufe bin ich ge-lähmt, und leiste nicht den tausendsten Theil dessen, wozu ichdie vortrefflichsten Anlagen in mir fühle! — Warum bist du denn,mit allen deinen Anlagen, nicht in deinen cngcrn Geschäften derVortrefflichste von Deinesgleichen? Warum beweisest,du nichtdadurch, daß du eines großem Wirkungskreises würdig wärest,indem du deinen gegenwärtigen Platz gaüz ausfüllst? Wer nichtmit dem kleinen Pfunde zu wuchern versteht, wie soll man denüber Vieles setzen? — Bist du aber in deinem Gewerbe und Be-ruf einmal der Vortrefflichste in deiner Art: wie leicht wird cödir dann werden, deine nützliche Thätigkeit auch weit darüberhinaus auszudchncn. >